Zwar ist Hardy nun auf freiem Fuss, allerdings mit strengen Auflagen. Er muss rund um die Uhr eine elektronische Fußfessel tragen, eine Maßnahme die sonst ausschließlich Terroristen, Mördern und Serienvergewaltigern vorbehalten bleibt. Dagegen protestieren nicht nur seine Rechtsanwälte Uwe Sabel und Patrick Schäfer aus der Kanzlei Dr. Wetzig-Kunze-Schäfer. Auch die Eltern Andrea und Mathias Georgi haben dafür kein Verständnis. Hinzu kommt eine ständige Überwachung durch die Kripo mit mindestens drei Autos vor dem Haus.

In einer Audioaufnahme, die auch dem Landgericht Zwickau vorliegt, droht Ralf Käferstein Hardys Mutter mehrfach wörtlich: „Ich bring Deinen Sohn um! Ich schwör’s.“ Später rief er den Notruf der Polizei an um dort anzukündigen: „Ich bring ihn jetzt um! Ihr habt euch nicht gekümmert, jetzt kümmere ich mich um ihn.“ Statt dessen glaubt die Justiz heute noch, dass die Gefahr von Hardy ausgeht. „Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass Sie das Gewehr versteckt haben“, behauptete Richter Rupert Geußer vom Landgericht an einem der letzten Prozesstage. Von dieser Annahme ist er bis heute nicht abgerückt. Gleichwohl gibt es mehr als genug berechtigte Zweifel. Dazu der Vater: „Welchen Grund sollte Hardy gehabt haben, sein eigenes legales Gewehr zu stehlen? Auch ergibt es keinen Sinn, mit diesem Gewehr, das mittlerweile überall bekannt ist, eine Straftat begehen zu wollen. Das würde Hardy nie tun. Auf solche Ideen können nur Juristen kommen, die weitab der Realität leben.“
Ein Ende der Auseinandersetzung scheint hingegen in weiter Ferne, denn Hardy wirft seiner Ex-Freundin vor, ihn zu unrecht wissentlich falsch belastet zu haben und erstattete gegen sie und ihre Familie mehrere Strafanzeigen wegen Vortäuschens von Straftaten. „Sie ist und bleibt eine Lügnerin“, so der Vorwurf von Hardy Georgi.
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