08 November 2025

Theater Plauen-Zwickau: Premiere für Paul Linckes „Frau Luna“

Westsachsen/Zwickau.-
Der erste Mensch auf dem Mond war Berliner, zumindestens wenn man „Frau Luna“ von Paul Lincke glaubt, der mit dieser Operette 1899 einen sensationellen Erfolg feierte. Das Stück hat, wie das Theater Plauen Zwickau mitteilt, am Samstag, dem 22. November im Gewandhaus seine Premiere. Dann sind auch Ohrwümer wie „Schlösser, die im Monde liegen“, „Schenk mir doch ein kleines bisschen Liebe“ oder die berühmte „Berliner Luft“ zu hören. Die Vorstellung beginnt um 19.30 Uhr.
Über das Stück schreibt das Theater: „Wer also war nun der erste Berliner auf dem Mond? - Der Mechaniker Fritz Steppke, der mit seinem selbstgebauten Expressballon lange vor Armstrong und Aldrin den Erdtrabanten ansteuerte. Es begleiten ihn seine Freunde Pannecke und Lämmermeier. Dass deren nervige Vermieterin Frau Pusebach auch mitfliegt, war so nicht geplant. Auf der Suche nach neuem Baugrund hofft Steppke, auf der Milchstraße noch viele freie Wohnungen zu finden. Er plant, mit dem Mann im Mond zu verhandeln, doch dieser stellt sich als Frau heraus – Frau Luna. Schnell hat sie ein Auge auf den jungen Berliner Abenteurer geworfen. Doch der eifersüchtige Prinz Sternschnuppe setzt alles in Bewegung, um Frau Lunas Herzensprinz zu werden und lässt Steppkes Verlobte Marie von der Erde auf den Mond holen. Aber die amourösen Verwicklungen zwischen Erd- und Mondlingen gehen noch viel weiter: Der Mondhofmeister Theophil erkennt in Frau Pusebach eine alte irdische Liebschaft wieder. Nach vielerlei Verwirrungen wird klar, dass auf dem Mond auch nicht anders geliebt wird als auf der Erde.“
In Szene gesetzt wird die Operette von Operndirektor Horst Kupich, der wieder mit Bühnen- und Kostümbildnerin Ella Späte zusammenarbeitet. Die Musikalische Leitung hat Paul Willot-Förster. Für die Premiere gibt es bereits nur noch Restkarten. Weitere Aufführungen sind geplant am 29. November, 31. Dezember, 18. Januar sowie am 7. Februar.
Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Auswertung mit KI: Motiv der Überklebung klar - Strafanzeige erstattet

Kanzlei Dietrich in Werdau
Westsachsen/Zwickau/Werdau.- Am Rande einer Gerichtsverhandlung am Landgericht Zwickau, bei der die Werdauer Rechtsanwältin Claudia Dietrich als Vertretung der Beklagtenseite gegen eine Ukrainerin prozessierte, wurde sie mit ihrer Beschlussausfertigung konfrontiert, die den offiziellen, gültigen Vermerk über den Eintritt der Rechtskraft vom 01.05.2012 trägt. Auf dem Original in der Akte 8 F 1059/07 am Amtsgericht Zwickau wurde dieser Rechtskraftvermerk mit zwei weißen Papierschnipsel überklebt (WSZ berichtete). Bislang hatte sich niemand zu der Tat bekannt. Auch die Behörden tappten weitestgehend im Dunkeln.
Jetzt hat die Betroffene sich die Mühe gemacht, eine lückenlose Aufklärung der Umstände, die zur Zwickauer Überklebungsaffäre führten, unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz (KI) wissenschaftlich fundiert die geltende Rechtslage genau zu analysieren und ein Fazit zu erstellen. Demnach gibt es keinen Zweifel mehr daran, dass die vom ehemaligen Sächsischen Justizminister Sebastian Gemkow (Foto) bereits im März 2019 in Gegenwart mehrerer Zeugen als „Staatskrise“ gewerteten Umstände allesamt mit höchster krimineller Energie geplant und durchgeführt wurden.
Sebastian Gemkow (CDU)
Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass der gesamte Prozess auf einer stillschweigenden oder expliziten Absprache beruht haben muss, um die rechtskräftige Beendigung zu leugnen und stattdessen eine unzulässige Fortführung zu inszenieren. Die Rechtsanwältin Claudia Dietrich hat demnach mit dem damaligen Anwalt der Gegenseite, Rechtsanwalt Reinhard Schübel (dem falschen Doktor aus Plauen) illegale Absprachen zum Schaden der damaligen Mandantin Schübels getroffen. Man einigte sich darauf, das Verfahren trotz bestehender Rechtskraft faktisch weiterlaufen zu lassen, bis Schübel einen günstigen Zeitpunkt für die formelle Rücknahme seines fehlerhaft eingelegten Rechtsmittels findet. Die Rücknahme des Rechtsmittels generiert nämlich massive Anwaltskosten (voller Verfahrenswert und Einigungsgebühren), die dann dem Mandanten auferlegt werden können – was bei einer Verwerfung des Rechtsmittels (wie es korrekt hätte passieren müssen) nicht der Fall wäre. Hier liegt das Hauptmotiv der beiden Täter, die sich an in Not geratenen Menschen offensichtlich regelmäßig rücksichtslos bereichern.
Um das OLG Dresden über die Rechtskraft hinwegzutäuschen, musste der gültige Rechtskraftvermerk vom 01.05.2012 aus den Akten verschwinden. Die Überklebung des korrekten Vermerks (was die Unzulässigkeit der Beschwerde verschleiert) ist der operative Akt dieser Absprache. Sowohl Schübel als auch Dietrich hatten die Möglichkeit, Mittel und Motiv, diese Straftat durchzuführen. Gegen beide wurde gestern Strafanzeige bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden erstattet.

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04 November 2025

Collegium Musicum: November-Konzerte hochkarätig besetzt

Westsachsen/Werdau.-
Die Besucher der diesjährigen Novemberkonzerte erwartet ein spannendes Programm: Zu Beginn des Abends wird das Collegium Musicum Werdau die Coriolan-Ouvertüre von Ludwig van Beethoven musizieren, danach sind zwei außerordentlich begabte junge Musiker zu erleben.
Flavia Napolitano, Gewinnerin mehrerer internationaler Wettbewerbe und gefragte Solistin, wird von Prof. Natalia Prishepenko an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden unterrichtet; sie wirkte schon in mehreren Konzerten des Collegium Musicum mit und bezauberte das Publikum mit ihrer atemberaubenden Technik. Auf dem Programm steht diesmal das Violinkonzert von Max Bruch – ein Werk voller ausdrucksvoller Melodien und wunderbaren Klangfarben!
Der zweite Solist des Abends ist Huiming Zhang, der derzeit in Dresden in der Meisterklasse von Prof. Hinrich Alpers studiert. Auch er wurde mehrfach bei internationalen Wettbewerben ausgezeichnet und ist ein gefragter Solist und Kammermusiker. Er wird als Solist das 2. Klavierkonzert von Sergei Rachmaninoff musizieren – dieses Werk besticht durch Dramatik und liedhafte Themen, doch auch durch den schwebenden Charakter des Mittelsatzes.
Die Konzerte finden am 9. November 2025 um 17 Uhr in der Stadthalle „Pleissental“ Werdau und am 16. November 2025 um 17 Uhr im Freizeitzentrum „Erlenwald“ in Reinsdorf statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird jedoch herzlich gebeten. Die künstlerische Leitung wie auch die Moderation des Konzertes liegt in den bewährten Händen von Prof. Georg Christoph Sandmann.
Quelle und Foto: André Kleber/Werbemanufaktur Werdau

Der Konzert-Tipp der Festwoche: Mey-Songs im November

Westsachsen/Bad Elster.-
Am Dienstag, den 11. November lädt der Liedermacher, Interpret und Musiker Ludwig Müller um 19.30 Uhr zu einem unvergesslichen Liederabend in das Theatercafé Bad Elster ein. An diesem Abend präsentiert er sein Chanson-Programm mit den liebenswerten Liedern von Reinhard Mey. Inspiriert durch sein eigenes Leben stellt der Sänger und Gitarrist dabei das elementarste aller Gefühle in den Vordergrund: Die Liebe! Denn die beiden Musiker verbindet miteinander vor allem die Liebe zu ihrer Familie, die Leidenschaft zur Musik und all die großen und kleinen lebendigen Dinge des Lebens. Wie kein anderer Liedermacher versteht es Reinhard Mey sein Publikum immer wieder aufs Neue zu begeistern. Seit nunmehr 16 Jahren interpretiert Ludwig Müller mit jener Begeisterung die berühmten Lieder des Publikumslieblings und verpackt sie charmant mit vielen eigenen Geschichten zu einem ganz besonderen Konzerterlebnis. Genießen Sie einen liebenswerten, amüsanten und nachdenklichen Chansonabend – mit Reinhard Mey & Ludwig Müller! Tickets: 037437/ 53 900 | www.koenig-albert-theater.de

02 November 2025

ZDF live in Zwickau: Braves Publikum applaudiert auf Anweisung

Westsachsen/Zwickau.- In Zwickau brennt die Hütte. Und das nicht erst seit gestern. Eklatante Management-Fehler bei der Sparkasse, bei VW, dem größten Arbeitgeber der Region und am Amtsgericht Zwickau, wo man gültige Rechtskraft einfach mit zurechtgeschnittenen Papierschnipsel überklebt, sorgen für Schlagzeilen. Mitten in diesem Chaos trifft man immer wieder die selben Akteure: Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), Oberbürgermeisterin Constance Arndt (BfZ), Amtsgerichtsdirektorin Eva-Maria Ast (CDU) und einige mehr.
Am vergangenen Donnerstag ging es im ZDF-Morgenmagazin live aus dem Alten Gasometer vorrangig um die Fehlentscheidungen des VW-Konzerns, unter denen jetzt die Belegschaft leidet. Der Ministerpräsident verteilte wie gewohnt Beruhigungspillen. Es wird schon alles gut - spätestens im nächsten Jahr. Wer im Mai die Münchner Sicherheitskonferenz in der Zwickauer Neuen Welt aufmerksam verfolgt hat, wird wissen warum. „Wir erleben den letzten Sommer in Frieden“, war damals die Aussage der Talkgäste bei der Veranstaltung „Zeitenwende on tour“. Von Kriegstüchtigkeit war hier die Rede und davon, dass man dem auch etwas Positives abgewinnen könne. Sachsens Justizministerin Constanze Geiert (CDU) machte seinerzeit den Anwesenden Zwickauern Mut, indem sie den VW-Arbeitern eine Produktionsumstellung auf Kriegsgerät in Aussicht stellte. So hätten doch schließlich alle etwas davon.
Diese Einstellung reiht sich ein in die eingangs erwähnten Missstände in Sachsen. Es geht immer nur darum, Probleme schönzureden, zu verleugnen, mit Geld zuzuschütten und - wenn es gar nicht mehr anders geht - die Schuld auf andere zu schieben. Im letzteren Fall sicher wieder auf den Russen, der unseren ach so tollen „Demokratischen Rechtsstaat“ bedroht. Was dieser noch wert ist, sieht man am Umgang mit kriminellen Subjekten innerhalb der Justiz, die das Recht mit Füßen treten, weil sie der Meinung sind, der Staat gehört ihnen. Bestes Beispiel ist die Zwickauer Überklebungsaffäre, die bis heute als Dauerdelikt schwer auf der Glaubwürdigkeit der Sächsischen Justiz lastet. Spricht man den Ministerpräsidenten darauf an, weicht er aus und tut es als „Verschwörungstheorie“ ab. Dabei sind die strafbaren Hintergründe zu 100 Prozent bewiesen und werden selbst von den Beschuldigten nicht mehr bestritten (VsJ-Täterliste).
Die „Freie“ Presse schreibt: „Angesichts der Tatsache, dass viele Sachsen ARD und ZDF kritisch betrachten, sind die Zwickauerinnen und Zwickauer ein äußerst pflegeleichtes Publikum. Schon um 5.30 Uhr, eine halbe Stunde vor Beginn der Sendung, sitzen alle Zuschauer aufmerksam auf ihren Plätzen, was auch Moderatorin Lemke lobend erwähnt. Kein Gähnen ist im Saal zu entdecken. Sobald Aufnahmeleiter Udo Seedorf um Ruhe bittet, ist es mucksmäuschenstill. Und wenn er am Ende einer Schalte zu klatschen beginnt, gibt es sofort lauten Beifall. „Es hat alles reibungslos funktioniert“, bilanziert Seedorf nach den drei Stunden.“
Bei dieser Obrigkeitshörigkeit ist es nicht verwunderlich, dass die Zustände hier so sind und Kretschmers Beruhigungstaktik dankbare Abnehmer findet.

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31 Oktober 2025

Programmänderung im letzten Schumann Plus Konzert

Westsachsen/Zwickau.-
Krankheitsbedingt schließt die Abo-Reihe Schumann Plus 2025 am Sonntag, 9. November 2025 um 17 Uhr mit einem veränderten Programm: an die Stelle des Lentrias-Trios treten der georgische Klarinettist Luka Totadze (Foto oben) und die aserbaidschanische Pianistin Fatima Aliyeva (Foto unten). Im Konzert sind Klarinettenwerke von Johannes Brahms und Robert Schumann sowie Klaviermusik von Frédéric Chopin zu hören.
Fräulein Klarinette nannte Johannes Brahms den Ton des berühmten Klarinettisten Richard Mühlfeld, Soloklarinettist der Meininger Hofkapelle, für den er die Sonate Es-Dur op. 120/2 komponierte. Mühlfeld und Brahms waren seit 1891 befreundet, nachdem Brahms seine Zusammenarbeit mit der Hofkapelle intensiviert hatte. Für Mühlfeld entstanden nicht nur die beiden Sonaten op. 120, sondern auch das Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier op. 114.
Von Robert Schumann erklingen die Fantasiestücke op. 73, die er im Dresdner Revolutionsjahr 1849 verfasste, was teils dazu verleitete, diese Kompositionen des „kleinen Genre“ als Rückzug ins Biedermeierlich-Häusliche zu interpretieren. Mitnichten stellen sie aber eine Kleinigkeit dar: zu innovativ und zukunftsweisend, zu anspruchsvoll sind diese Stücke, als dass sie nicht als vollwertige Kompositionen neben den „großen Genres“ bestehen könnten.
Robert Schumann begeisterte sich selbst sehr zeitig für die Kompositionen Frédéric Chopins und so brach er auch 1840 in einer Rezension zur Sonate Nr. 2 b-Moll op. 35 eine Lanze für seinen polnischen Kollegen: „So fängt nur Chopin an und so schließt nur er: mit Dissonanzen durch Dissonanzen in Dissonanzen“ – eine Charakterisierung, die nicht treffender hätte sein könnte. Der langsame Satz dieser Sonate kann als der wahrscheinlich bekannteste Trauermarsch der Musikgeschichte gelten.
Luka Totadze, 1999 in Tiflis geboren, studierte in Georgien sowie aktuell an der Musikhochschule Köln im Hauptfach Klarinette bei Ralph Manno und ist erster Preisträger z. B. des Internationalen Mario Melo Wettbewerbs im italienischen Pesaro. Regelmäßig konzertiert er als Solist, u.a. im Beethovenhaus Bonn. Fatima Aliyeva, 2000 in Baku geboren, absolvierte ihre pianistische Ausbildung in Aserbaidschan sowie in Köln. Sie belegte zahlreiche Meisterkurse und ist Preisträgerin verschiedener internationaler Wettbewerbe.
Eintrittskarten zu 12 Euro (ermäßigt 9 Euro) sind an der Museumskasse im Robert-Schumann-Haus zu den gewohnten Öffnungszeiten, Restkarten an der Abendkasse erhältlich. Eine Vorbestellung ist unter 0375 834406 oder www.schumann-zwickau.de möglich. Vorbestellte und nicht abgeholte Karten werden eine halbe Stunde vor Konzertbeginn in den freien Verkauf gegeben. Ab dem 9. November (13 Uhr) werden auch die Abokarten für das Jahr 2026 verkauft.
Im Robert-Schumann-Haus ebenfalls erhältlich: Clara in Nöten (Doppel-CD aus dem Leben von Clara Schumann).
Quelle und Fotos: Stadtverwaltung Zwickau

28 Oktober 2025

Eine Nacht zum Singen, Träumen, Staunen und Kultur erleben

Westsachsen/Zwickau.-
Herbstzeit ist Museumzeit, zumindestens in Zwickau: Am Samstagabend lockten die Museen und Kultureinrichtungen der Stadt mit einem facettenreichen Programm Zwickaus Nachtschwärmer in die Stadt. Die insgesamt zehn Einrichtungen verteilt auf neun Orte, darunter in diesem Jahr das wiedereröffnete Stadtarchiv sowie die Historische Baumwollspinnerei mit der Sonderausstellung zur Kunst der Wismut, empfingen insgesamt um die 1.200 Besucher.
Großes Interesse weckte im August Horch Museum der Beitrag der Geschichtswerkstatt des Alten Gasometer e. V., die mit ihrer Ausstellung zu Frauen in der Automobilgeschichte in der Audistraße zu Gast waren. Rund um die Datschenszene, die ohnehin zu den beliebtesten Stücken der Dauerausstellung gehört, lag in diesem Jahr der thematische Schwerpunkt der Programmgestaltung, die sich auf die 1970er- und 1980er-Jahre konzentrierte.
Unweit vom August Horch Museum entfernt, in der Alten Baumwollspinnerei, herrschte noch einmal reger Andrang in der Ausstellung Sonnensucher – Kunst und Bergbau der Wismut, die an diesem Wochenende das letzte Mal zu besichtigen ist. Ein Kurzfilm von Ramona Markstein (Kunstverein Zwickau e.V.) zeichnete das außergewöhnliche Ausstellungsprojekt nach.
Auf dem Weg zurück in die Innenstadt über die Crimmitschauer Straße erreichte man das Stadtarchiv Zwickau, das erstmals seit seiner umzugsbedingten Schließung wieder Teil der Zwickauer Museumsnacht war und drei Führungen durch die neuen Räumlichkeiten bot. Dass alle drei sehr schnell ausgebucht waren und zusätzliche Führungen im Stundentakt kurzfristig angeboten wurden, zeigt das große Interesse an der wiedereröffneten Einrichtung und dem umgebauten Sparkassengebäude.
Im Gewandhaus ging es in diesem Jahr um ein ganz besonderes Instrument. Besuchermagnet war die von MDR-Klassik initiierte Aktion des Publikumssingens. Die menschliche Stimme ist 2025 Instrument des Jahres und so hatte der Sender mit neun mitteldeutschen Theatern dazu aufgerufen, gemeinsam mit dem Publikum zu singen. Die Besucher konnten so selbst auf der großen Bühne sitzen und zusammen mit dem Opern- und Extrachor des Theaters musizieren. Ekkehard Vogler von MDR-Klassik begrüßte die Teilnehmer - nicht ohne den Zwickauern Respekt zu zollen: „Das Theater Plauen-Zwickau ist eines von insgesamt neun mitteldeutschen Theatern und ist mit dieser Aktion sogar Teil der Zwickauer Museumsnacht. Ich muss sagen, dass ich geflasht bin, denn bereits im ersten Durchgang waren es über 200 Sänger und jetzt ist die Bühne wieder voll.“
Wer an diesem Abend auf ein bisschen mehr Action aus war, fand in den mittelalterlichen Priesterhäusern den passenden Ort. Nicht nur die Sonderausstellung 1525. Bauern im Krieg entführte in ein Zeitalter voller Konflikte, sondern auch der Thüringer Ritterbund e.V., der über den Abend Vorführungen mittelalterlicher Kampfweisen darbot, zog das zahlreiche Publikum in seinen Bann.
Gleich gegenüber im ZwischenRAUM der KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum spielte in der aktuellen Sonderschau, Bodo Korsig. Gleichgewicht des Unsichtbaren, ebenfalls eine Kampfszene eine Rolle. Darüber hinaus gab es im Stundentakt Blitzführungen, die unterhaltsam und kurzweile verschiedene Werke der Dauerausstellung im FarbRAUM beleuchteten. Kreativ wurde es auch – Besucher konnten sich den Abend über in verschiedensten Techniken selbst einmal ausprobieren. Das kam besonders beim jungen Publikum an, denn in diesem Jahr waren auch viele kleine Besucher zu begrüßen.
Den besinnlichen Gegenpart bot der Dom St. Marien – das passende Programm lud auch zum gemeinsamen Singen von Gute-Nacht-Liedern ein. Den Abschluss bildete eine nächtliche Führung zu den Grabstätten im Gotteshaus, zu der sich über 100 Gäste einfanden.
Ähnlich träumerisch und doch ganz anders konnten die Besucher den Abend im Robert-Schumann-Haus erleben. Hier stand die Träumerei im Mittelpunkt des Geschehens, dabei ging es nur um eine der bekanntesten Kompositionen Robert Schumanns. Eine Lesung amerikanischer und deutscher Poesie gab den Start in einen romantischen Abend. Im weiteren Verlauf schallten sowohl Klänge des alten Grammophons, als auch die unerhörter Instrumente wie der Harfenzither, durch die heiligen Hallen des Museums.
In Sachen Literatur hatten sich in diesem Jahr die beiden literarischen Häuser der Stadt – Stadt- und Ratsschulbibliothek – zusammengeschlossen. Als Publikumsmagnet erwies sich hier zweifelsfrei die große Führung durch die Stadtbibliothek inklusive Dachstuhl – an beiden Führungen beteiligten sich an die 200 Besucher. Als wissenschaftliche Bibliothek mit einer 500-jährigen Geschichte besitzt die Ratsschulbibliothek auch einen entsprechenden Bücherschatz, der durch einen eigenen Restaurator betreut wird. Besucher hatten an diesem Abend Gelegenheit mit Basher Abd el Kader ins Gespräch zu kommen und auch einige Patienten aus dem heimischen Bücherregal begutachten zu lassen.
In diesem Jahr musste die Bibliothek mit allem Inventar ihr angestammtes Domizil in der Lessingstraße baubedingt verlassen und zog in das Zwickauer Verwaltungszentrum an der Werdauer Straße. Im Rahmen des Umzuges traten so einige kuriose Schätzchen und Fakten zu Tage, die im Saal der Stadtbibliothek zum Besten gegeben wurden. So fand sich ein reicher Fundus an Werbung – Reklame – der 1920er- und 1930er-Jahre, die mit passender Musik von Schellack-Platten auf dem Grammophon untermalt wurde und nicht selten für ein Schmunzeln und Lacher im Publikum sorgten.
Auch die Erkundungstouren zu Fuß durch die Zwickauer Innenstadt erfreuten sich in diesem Jahr großer Beliebtheit. Als Magnet muss hier zweifelsohne der Nachtwächter genannt sein. Die Begeisterung für die Geschichte der Straßenbahn, die man während einer Fahrt mit selbiger durch Zwickau an diesem Abend erleben konnte, ist ungebrochen. An dieser Stelle soll ein Dankeschön an die Freunde des Nahverkehrs Zwickau e.V. gerichtet sein, die seit vielen Jahren ein verlässlicher Partner der Museumsnacht sind und mit viel Engagement die Veranstaltung mit dem Shuttle und Führungsangeboten unterstützen.
Ein Dank gilt ebenso allen Besuchern, Gästen, Künstlern und Mitwirkenden für das zahlreiche Erscheinen und die vielen tollen und unterhaltsamen Programmpunkte des Abends bedanken, die diese Museumsnacht zu etwas Besonderem gemacht haben.
All das wäre aber ohne die finanzielle Unterstützung der beiden Sponsoren – der Zwickauer Energie Versorgung GmbH und der Kanzlei KMS Krauß Partnerschaft mbB – nicht möglich gewesen. „Wir sind froh, dass wir so verlässliche Partner und Förderer für die Kultur hier vor Ort haben. Solch ein langjähriges Engagement ist auch vor dem Hintergrund dieser herausfordernden Zeiten keinesfalls selbstverständlich und das wissen wir zu schätzen“, betont Dr. Bianca Dommes, Leiterin des Zwickauer Kulturamtes.
Quelle und Fotos: Stadtverwaltung Zwickau

24 Oktober 2025

Nichtsnutziger Parasit: AfD-MdL Martin Braukmann in der Kritik

Peter Lames (SPD)
Westsachsen/Dresden/Zwickau.- Die AfD im Sächsischen Landtag stellte in 2025 bisher mehr als ein Dutzend kleine Anfragen. Dabei ging es unter anderem um ein Denkmal am Dresdner Ostra-Ufer, um Verwaltungsausgaben im Bereich Kultur, Bildung, Bürgerbeteiligung und die Kriminalität von Ausländern. Zum Thema Kriminalität innerhalb der Sächsischen Justiz hört man bislang nichts. Zumindest nicht im Landtag. Dabei behauptet zum Beispiel der AfD-Abgeordnete Martin Braukmann, der in Pirna eine Rechtsanwaltskanzlei betreibt, dass in Dresden und in Zwickau gültige Rechtskraft ignoriert wird. Braukmann wörtlich: „Der Familiensenat des Oberlandesgerichts Dresden unter Leitung des Herrn Dr. Lames hat ebenfalls jämmerlich versagt. Der Senat verhandelte mündlich über ein nicht zulässig eingelegtes Rechtsmittel und verursachte damit einen erheblichen finanziellen Nachteil für die Klägerin“ . Hintergrund ist der mit zwei weißen Papierschnipsel überklebte Rechtskraftvermerk in der Akte 8 F 1059/07 des Amtsgerichts Zwickau.
Martin Braukmann (AfD)
Diese und weitere unangenehme Wahrheiten teilte der Rechtsanwalt Martin Braukmann unter anderem dem Amtsgericht Pirna mit. Eine kleine Anfrage zu dieser Sache als Abgeordneter im Landtag verweigert er jedoch. Warum ist das so? Hat er Angst vor drohenden Konsequenzen, Angst um seinen Posten, Angst davor, von den anderen Parteien - hauptsächlich der CDU, die allen Grund dazu hätte - niedergebrüllt zu werden? Wie auch immer. Das ist keine Entschuldigung. Schließlich geht es hier um nichts geringeres als die Glaubwürdigkeit des „Demokratischen Rechtsstaates“, den Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer immer wieder in den Himmel zu heben versucht.
Bei einem Wortgefecht zwischen Martin Braukmann und Olaf Thalwitzer, der seit seiner Kenntnis über die Überklebungsaffäre im Jahre 2018 unermüdlich für das Recht der Betroffenen kämpft, fielen harte Worte der Kritik. Braukmann schnauzte Thalwitzer an: „Sie haben jetzt bewiesen, dass ich auch bei Ihnen nur meine Zeit verschwende. Die Kommunikation ist hiermit beendet!“. Worauf sein Gegenüber antwortete: „Also sind Sie auch so ein nichtsnutziger Parasit, der sich auf Kosten der Allgemeinheit einen fetten Posten im Parlament gesichert hat und seinem vom Wähler übertragenen Auftrag nicht nachkommt. Das hat Konsequenzen. Darauf können Sie sich verlassen! Und noch etwas: Wann die Kommunikation beendet ist, bestimmen nicht Sie.“.
Olaf Thalwitzer
Bereits im vergangenen Jahr übte Thalwitzer harsche Kritik an einem Richter am Amtsgericht Zwickau. Damals fielen Worte wie „schlecht erzogener Rotzlöffel“ und „Flasche“. Erstes ist laut Urteil eine vom Grundgesetz gedeckte Meinungsäußerung. Über das Wort „Flasche“ müsste die nächste Instanz entscheiden.
Heute wurde bekannt, dass der von Braukmann zitierte Richter Peter Lames zum Vizepräsidenten des Oberlandesgerichts Dresden ernannt wurde. Durch sein politisches Schweigen fungiert der nichtsnutzige Parasit nun als Steigbügelhalter für den jämmerlichen Versager. Hoch lebe unser „Demokratischer Rechtsstaat“!

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22 Oktober 2025

Tipp der Woche: Komödienklassiker im König Albert Theater

Westsachsen/Bad Elster.-
Am Sonntag, den 2. November zeigt das König Albert Theater in Bad Elster um 19 Uhr die Komödie „Es war die Lerche“ von Ephraim Kishon. Dieser unterhaltsame Abend voller Humor und Situationskomik wird vom Neuen Globe Theater Potsdam in der Regie von Kai Frederic Schrickel präsentiert. Ephraim Kishons Komödienklassiker auf der Bad-Elster-Bühne: Bissig, musikalisch und herzerfrischend absurd. Die neueste Tournee-Produktion des renommierten Globe Theaters verspricht ein satirisches Vergnügen über Liebe, Alltag und literarische Unsterblichkeit! Was, wenn Romeo und Julia ihren dramatischen Bühnentod über-lebt hätten – und seit über 30 Jahren verheiratet wären? Romeo, mittler-weile Ballettlehrer und Julia, frustriert und nörgelnd, kämpfen sich durch den Beziehungswahnsinn. Dazu kommt Tochter Lucretia in der Pubertätsrevolte, eine flirtende Amme und Pater Lorenzo, der mehr vergisst als er segnet. Und über allem: William Shakespeare höchstpersönlich – aus dem Jenseits herab-gestiegen, um seine tragische Liebesgeschichte vor der völligen Farce zu retten. Mit feinem Witz, groteskem Charme und musikalischen Zwischen-tönen entlarvt Kishon die Tragik des Alltags – Sicher ist: Noch nie war das berühmte Liebespaar so lebendig. Tickets: 037437/ 53 900 | www.koenig-albert-theater.de

17 Oktober 2025

Deutsche Geschichte: Novembertage beginnen am 18. Oktober

Explodiertes Reihenhaus in der Zwickauer Frühlingsstraße.
Wohnort des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU)
Westsachsen/Zwickau.-
Schicksalshaft und bedeutungsvoll – doch keineswegs von gestern: Kaum ein anderer Monat steht so sehr für die deutsche Geschichte wie der November. Von der Reichspogromnacht am 9. November 1938 über den Fall der Mauer 1989 bis zur (Selbst-)Enttarnung des NSU am 4. November 2011 – die Veranstaltungsreihe Novembertage lädt dazu ein, gemeinsam an jene historischen Ereignisse zu erinnern, die Deutschland und auch unsere Stadt bis heute prägen.
Nationalsozialismus und Menschenfeindlichkeit, Zwänge und Freiheiten vor und nach der Friedlichen Revolution, Kontinuitäten rechten Terrors bis in die Gegenwart: Mit Ausstellungen, Lesungen, Gesprächsrunden, (Schul-)Kino, Musik und Gedenkveranstaltungen widmen sich die Novembertage vom 18. Oktober bis zum 30. November in über 30 Veranstaltungen zentralen Themen deutscher Geschichte und Gegenwart.
Gleich zum Start am 18. Oktober werden ausgewählte Texte der Werkstätten „Schreib dich in die Neunziger!“ im Puppentheater präsentiert. Am 23. Oktober ist Kulturmanager Dr. Tobias J. Knoblich mit einer Lesung im Alten Gasometer zu Gast. Den Abschluss bildet am 30. November eine Gesprächsrunde, in der Zeitzeugen der sogenannten Baseballschlägerjahre über diese intensive Zeit in den Austausch kommen. Dazwischen gibt es viele weitere Highlights wie zum Beispiel eine Gedenkstättenfahrt nach Theresienstadt am 1. November. Darüber hinaus sind auch die verschiedenen Gedenktage in die Veranstaltungsreihe eingebunden. Das komplette Programm der Veranstaltungsübersicht zu entnehmen.
Foto: ZPA