24 November 2020

Hoffnungsschimmer: Große Resonanz auf Werdauer Adventszauber

Westsachsen/Werdau.- Die Advents- und Weihnachtszeit steht unmittelbar bevor. Die sonst üblichen, traditionellen Märkte sind jedoch aufgrund der aktuellen Lage nahezu überall abgesagt. Mit der Idee, diese Weihnachtsmarktangebote in die stationären Einzelhandelsgeschäfte hinein zu holen, treffen der Gewerbeverbund Werdau und die Stadtverwaltung offenbar genau den Nerv der Zeit.
Mittlerweile haben 16 Geschäfte eine „Patenschaft“ für Angebote wie erzgebirgische Volkskunst, Lebenssaft der Wasserwacht, Töpfereiprodukte der Region oder Kekse der Feuerwehr übernommen und bieten die entsprechenden Waren an. Am Vormittag des 12. und 19. Dezember wird der Weihnachtsmann in der Innenstadt zu finden sein. Sein Geschenkesack wird, wie im Vorjahr, von den Kauflandfilialen in Werdau und Steinpleis schokoladenfrei gefüllt. Auch das Werdauer Weihnachtsrätsel der Stadtverwaltung erlebt eine Neuauflage. „Zudem freuen wir uns sehr, dass am Abend des 3. Advent wieder das Friedenslicht aus Bethlehem am Adventskranz auf dem Markt verteilt werden wird“, erklärt Oberbürgermeister Sören Kristensen, der das Engagement rund um den „alternativen Weihnachtsmarkt“ sehr zu schätzen weiß.
Und so scheint es nicht nur dem Stadtoberhaupt zu gehen. Allein der Facebook-Beitrag auf Werdau.de mit der offiziellen Presseinformation erreichte binnen einer Woche zirka 20.500 Zugriffe, wurde 127 Mal geteilt und 36 Mal durchweg positiv kommentiert. „Normalerweise liegen wir bei 1.000 – 3.000 erreichte Personen pro Beitrag, nur in Einzelfällen mehr. Der Beitrag zum Werdauer Adventszauber ist hingegen völlig durch die Decke gegangen“, freut sich Sören Kristensen. Eine ähnliche Wahrnehmung gibt es in der lokalen und regionalen Presse: Egal ob Radiosender, Freie Presse, BLICK oder WochenEndSpiegel – die Initiative aus Werdau fällt überall auf fruchtbaren Boden und dürfte somit für einen berechtigten Funken Hoffnung in der gesamten Innenstadt sorgen. In den ersten Geschäften und Schaufenstern ist der alternative Weihnachtsmarkt Werdaus jedenfalls schon angekommen. Wie hier im Bekleidungsgeschäft „Markt 52“ (Foto) mit Pyramiden und Schwibbogen, übernehmen viele Werdauer Geschäfte in diesem Jahr die Patenschaft für klassische Weihnachtsmarktprodukte.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Werdau

21 November 2020

Von Schafen beweidet: Schöne gerade Nordmanntannen selbst schlagen

Hallo liebe Tannebaumfans, am 5. und am 12. Dezember habt Ihr die Möglichkeit, eine echte, traditionell angebaute „Pio“-Nordmanntanne frisch zu schlagen. Gewachsen ist sie ohne zuhilfenahme von Pflanzenschutzmittel, aber mit extensiver Schafbeweidung, damit sie nicht einwächst und gut gedüngt wird.
Unsere Tannen sind schön gerade gewachsen und sie gibt es von einem bis vier Meter Höhe. Bei Kauf werden sie eingenetzt, Ihr könnt sie aber auch selbst ausgraben.
Adresse: 08124 Werdau, Grünanger 34 am 5. und 12. Dezember jeweils von 10 bis 16 Uhr.
Telefonisch erreicht Ihr uns unter (0157) 313 207 90.
Eine eigene Säge kann mitgebracht werden, um die Tanne zu fällen (Maske bitte nicht vergessen).
Es gibt auch jetzt schon Schmuckgrün von den Tannen als Grababdeckung, zum Beispiel für Totensonntag oder zum Adventsgesteck selbst basteln für die Kinder und Eltern. Gern könnt Ihr uns auch an einem anderen Tag oder am Wochenende besuchen und den Baum holen. Dazu bitte einfach anrufen. Reservierungen können selbst getätigt werden, indem man das am Hoftor hängende Kärtchen mit dem Namen doppelt versieht (Stift beiliegend im Beutel) und an den Baum seiner Wahl hängt. Die Bäume stehen jeweils am Weg vor und hinter dem Hof in den Schafkoppeln.
Liebe Grüße und bis bald. Freut Euch auf einen persönlichen und frischen Weihnachtsbaum!

20 November 2020

Amtseinführung in der Neuen Welt: Eliten bleiben lieber unter sich

Westsachsen/Zwickau.- Am Dienstag, dem Tag vor dem Buß- und Bettag, wurde Zwickaus neue Oberbürgermeisterin Constance Arndt vereidigt. Die Zeremonie fand weitesgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Mit der Begründung von Schutzbestimmungen zur derzeitigen Seuchenbekämpfung hatte lediglich eine kleine, handverlesene Schar die Möglichkeit erhalten, der Vereidigung beizuwohnen. Ein Zwickauer Bürger, der sich vergeblich auf die Warteliste für die Veranstaltung hatte setzen lassen, äußerte am Dienstagabend seinen Unmut: „Die wollen hier offensichtlich ganz unter ihresgleichen bleiben, mit Ausnahme von ein paar Claqueuren vielleicht“.
In der Tat spricht die Auswahl der Gäste eher nicht für einen Politikwechsel hin zum Positiven, den sich viele Zwickauer nach wie vor von ihrem neuen Stadtoberhaupt erhoffen. Neben Alt-OB Rainer Eichhorn (CDU) und Arndts Kontrahentin bei der OB-Wahl, der Baubürgermeisterin Kathrin Köhler (CDU), war auch Amtsvorgängerin Pia Findeiß (SPD) gleich mit ihrer ganzen Familie zum Sektempfang angereist. Außer den Landtagsabgeordneten von AfD und CDU hatten sich noch etliche weitere regionale Polit-Akteure dem kleinen Kreis angeschlossen. „Wie eine große Familie“, kommentierten einige Beobachter, die das Geschehen von außen betrachteten.

Für Unverständnis sorgte bei einigen Passanten auch die Tatsache, dass man das Parkverbot an der Leipziger Straße für die Veranstaltung trotz des leer stehenden Parkplatzes kurzerhand aufgehoben hatte, um der Prominenz einige Meter Weg zu ersparen. Auch die neue Oberbürgermeisterin machte hiervon beim Parken ihres neuen Dienstwagens Gebrauch (Foto). Die Inanspruchnahme von Sonderrechten scheint Constance Arndt offenbar wesentlich leichter zu fallen als die Beantwortung von Presseanfragen (WSZ berichtete).

 Jetzt die WSZ kostenlos abonnieren und keine Story mehr verpassen: Hier anmelden

Nach Weihnachtsmarkt-Absage: Ein Trostpflaster für die Innenstadt

Westsachsen/Zwickau.- Nach der Absage des Weihnachtsmarktes in diesem Jahr entwickelten das Büro für Wirtschaftsförderung und das für die Stadtbeleuchtung zuständige Tiefbauamt kurzfristig ein Konzept für eine weihnachtliche Beleuchtung des Hauptmarktes. Diese ergänzen die Ideen der Kultour Z., das Ambiente des zentralsten Platzes der Automobil- und Robert-Schumann-Stadt auch in Corona-Zeiten doch etwas „heimelig“ zu gestalten und ihm eine weihnachtliche Atmosphäre zu geben.
Neun zusätzliche Schwanenmotive für die historischen Laternen wurden aus Mitteln des Büros für Wirtschaftsförderung bestellt. Die Beleuchtungen mit dem Wappentier der Stadt sollen an den Laternen auf dem West- und Mittelspiegel des Hauptmarktes von der Stadtbeleuchtung installiert werden. Darüber hinaus wird noch für dieses Jahr die Beschaffung weiterer Leuchtschmuckstücke für den Ostspiegel geprüft.

Wenn in den kommenden Jahren der Weihnachtsmarkt wieder auf dem Hauptmarkt stattfindet, werden diese Laternenmotive dann in anderen Bereichen der Innenstadt platziert. Von 2017 bis 2019 wurden in der Zwickauer Innenstadt jedes Jahr weitere Bereiche mit einer eigens für Zwickau angefertigten Weihnachtsbeleuchtung mit Wellenmotiv ausgestattet. Die Finanzierung erfolgte überwiegend über den Verfügungsfonds Innenstadt ZENTRUM.LEBEN. Seit 2019 sind damit alle Areale des Fördergebiets in der Weihnachtszeit mit der neuen Beleuchtung geschmückt.
Mehr Licht gibt es seit einigen Monaten auch auf dem Domhof. Dies kommt jetzt in der aktuellen dunklen Jahreszeit besonders zum Tragen und ergänzt die erneuerte Weihnachtsbeleuchtung der anderen Innenstadt-Bereiche. Der Dom St. Marien ist seit dem Frühjahr dieses Jahres durch 20 moderne LED-Strahler beleuchtet, die um das Gebäude herum installiert wurden. Genutzt wurden dazu die bereits vorhandenen historischen Straßenlaternen, auf welchen die zusätzlichen Strahler montiert wurden.
Das Büro für Wirtschaftsförderung hat das Vorhaben als Projektleitung betreut. Die Mittel hierzu wurden aus dem Bürgerhaushalt 2019 bereitgestellt und bewilligt. In enger Abstimmung mit der Ev.-Luth. Nicolai-Kirchgemeinde und den Stadtbeleuchtern wurde geplant, beschafft und installiert. Mit dem Vorhaben wird vor allem dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis vieler Bürger Rechnung getragen. Der Domhof verfügt nun über eine umfassende, angenehme Beleuchtung. Mit dieser Maßnahme konnten insbesondere die dunklen Nischen auf der nördlichen Seite des Doms vollständig beseitigt werden. Mit der „Erhellung“ des gesamten Areals um den Dom herum wurde dieser bei Einheimischen beliebte und touristisch bedeutsame Ort nachhaltig aufgewertet.
Auch Weihnachtsbäumchen versprechen weihnachtliches (Einkaufs-)Flair. Das Büro für Wirtschaftsförderung hatte den Innenstadt-Händlern angeboten, Weihnachtsbäume zur stimmungsvollen Dekoration der Straßen zu bestellen. Die Händler des Georgenkarrees sowie der Hauptstraße haben das Angebot wie in den Vorjahren gern angenommen. In diesen Tagen werden daher rund 70 Weihnachtsbäumchen angeliefert. In Eigeninitiative übernehmen Händler und Anlieger die ordnungsgemäße Befestigung an den historischen Laternen und das Schmücken.
Anfang Januar 2021 werden die Bäumchen vom Garten- und Friedhofsamt der Stadt Zwickau für eine fachgerechte Entsorgung abgeholt.
Mitmachofferten für Kinder gibt’s ebenfalls, wenngleich diese selbstverständlich den Corona-Bedingungen angepasst werden. So ist wieder eine Nikolausstiefel-Aktion geplant. Vor dem Rathaus zieren weihnachtliche Bastelarbeiten von Mädchen und Jungen kommunaler und freier Kitas die vor dem Rathaus – diesmal auch auf der Terrasse vor dem Café – aufgestellten 26 Bäumchen. Das Schmücken wird natürlich anders ablaufen, da die Kinder nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren sollen. Einige Erzieherinnen bzw. Leiterinnen werden die Dekoration mit den Bastelwerken ihrer Kinder selbst übernehmen. Manche Kids werden ihren Schmuck anhängen, wenn sie mit ihren Eltern spazieren gehen.

Quelle und Foto (aus 2019): Stadtverwaltung Zwickau

19 November 2020

Internierung im Heim: Tochter schreibt Protestbrief ans Gesundheitsamt

Westsachsen/Zwickau/Schönfels.- Die Corona-Maßnahmen und ihre Folgen. Praktisch täglich treiben die Regierenden eine neue Sau durchs Dorf. Heute geht es mal wieder um die Einschränkungen im Pflegeheim. Wegen der Corona-Verordnung ist es den Angehörigen untersagt, in die Nähe ihrer Liebsten zu kommen. Vereinsamung und das Gefühl, unter Haftbedingungen schlimmer als in der JVA zu leben, lassen jeden Lebensmut schwinden.
Die Tochter einer Betroffenen hat jetzt einen offenen Brief an das Gesundheitsamt geschrieben. Am Sonntag gab sie mit einem Freund ein kleines Konzert für die Inhaftierte vor dem Pflegeheim. Hier der Wortlaut des Briefes: „Sehr geehrte Damen und Herren, meine 89 jährige Mutter lebt seit wenigen Jahren in einem Seniorenheim am Rand Zwickaus.
Das Heim wird gut geführt und wir sind eigentlich sehr zufrieden, dass meine Mutter gerade hier ist.
Jedoch: Nach insgesamt mehr als 6 Monaten verordneter Isolation hinter geschlossener Haustür muss sie nun seit dem 31. Oktober sogar hinter ihrer Zimmertür bleiben, weil es im Heim – nicht in ihrer Etage – Coronafälle oder einen Fall gab. Genaue Auskunft erhielt ich darüber nicht.
Was tun Sie den alten Menschen nur an? Nur von morgens bis abends die Wände anschauen über so viele Wochen schon, wir dürfen nicht zusammenkommen und sie hat keine Abwechslung, Anregung oder Freude. Sie darf nicht einmal den Gang betreten und ins Freie darf sie auch nicht. Wenn sie das Zimmer verlassen möchte, wird sie zurückgeschickt. Ihre Lieben dürfen sie nicht besuchen.
Das ist kein Leben für einen Menschen! Die Heimbewohner haben sich nichts zuschulden kommen lassen. Meine Mutter ist nicht positiv getestet worden, wie meines Wissens fast alle Bewohner des Heimes auch. Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund, warum sie alle schon wieder eingesperrt werden. Sollte es nicht genügen, Infizierte zu isolieren und den Gesunden möglichst viel Lebensqualität zu geben? Das würde auch ihre Abwehrkräfte stärken. Die alten Menschen haben nicht mehr viel Zeit! Und sie haben eine solche Behandlung auch nicht verdient nach einem arbeitsreichen Leben.
1. Sie sollte sich zu einer bestimmten Zeit doch frei im Haus und mit Begleitung, die auf sie aufpaßt, im Gelände bewegen dürfen. Mit welcher Begründung hält man sie für infektiös?
2. Auch sehe ich keinen Grund, warum sie nicht - kontaktfrei natürlich - uns zuhause besuchen kann und im Auto mit mir fahren darf. Sie ist ja nicht infiziert und keine Gefahr.
3. Wie lange wollen Sie das Besuchsverbot aufrechterhalten? Bis der Virus verschwunden ist? Oder bis alle Bewohner gestorben sind? Niemand will in so einem Haus wohnen.
Den Virus werden wir in unserer Gesellschaft weiter haben. Wollen Sie ständig und immer wieder alte Menschen wegsperren, sobald eine Infektion auftritt? Fragen Sie sie, sie würden lieber sterben!“
Inzwischen ist die Isolation etwas gelockert worden. Man darf für eine halbe Stunde nachmittags in das Heim zu solchen Bewohnern, die nachweislich nicht infiziert sind. Mutter und Tochter haben jedoch begründete Angst vor zu erwartenden neuen Verschärfungen, die die wenigen Besuchsmöglichkeiten wieder beenden könnten. Beide wünschen sich sehr, dass sie zusammenkommen dürfen und keine Angst mehr vor Isolation, Trennung und Vereinsamung haben müssen. Die Beschneidung der Freiheit von alten Menschen nimmt ihnen jede Lebensqualität, sie macht Angst und bringt ein Gefühl der Hilflosigkeit, Trostlosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Wer möchte so leben? Den Angehörigen ist auch klar, dass das Pflegeheim seine Bewohner und sein Personal vor Krankheit schützen möchte. Aber Kinder von ihren alten Eltern fernzuhalten ist nicht der richtige Weg.
Zu dem kleinen Konzert, dass Christiane Dreißig gemeinsam mit ihrem Freund Werner Franke vor dem Fenster ihrer Mutter gab, haben sich spontan einige Spaziergänger hinzu gesellt. Die Maßnahmen des Pflegeheimes gegen die eigenen Bewohner stießen auf allgemeines Unverständnis.

Jetzt die WSZ kostenlos abonnieren und keine Story mehr verpassen: Hier anmelden

17 November 2020

Mandantenverrat und Prozessbetrug: Die Spur führt nach Zwickau

Westsachsen/Zwickau/Werdau/Rheinland-Pfalz/Rockenhausen.- Neun Uhr morgens vor dem Amtsgericht Rockenhausen: Eine kleine Gruppe interessierte Prozessbeobachter wartet gespannt auf die Öffnung des Gerichtssaals. Angeklagt ist ein Rechtsanwalt aus Rheinland-Pfalz, der eine Werdauerin kurz vor einer Verhandlung am Zwickauer Landgericht im Stich gelassen hatte. Die Klage lautet auf Rückzahlung unrechtmäßig erhaltenen Honorars und Schadenersatz in Höhe von mehreren Tausend Euro. Zwar geht es hier zunächst um zivilrechtliche Ansprüche, die durch die Fehler des Advokaten verursacht wurden, doch sein Verhalten hat durchaus auch strafrechtlich relevanten Charakter. Deshalb bestand die Klägerin aus Werdau darauf, dass eine entsprechende Strafanzeige und Strafantrag wegen Mandantenverrat und Prozessbetrug gegen den Rechtsanwalt ins Protokoll aufgenommen wird.
Vor Prozessbeginn wies ein anwesender Detektiv darauf hin, dass es nach dem 2. Weltkrieg das erste Mal sei, dass eine Verhandlung nicht am Ort der Schädigung stattfindet. So etwas habe es bisher nur einmal gegeben, nämlich bei den Nürnberger Prozessen gegen Kriegsverbrecher. Damals wollte man den Opfern ersparen, wieder nach Auschwitz fahren zu müssen. Da der Fall auch Bezug zum Landgericht Zwickau hat, wird eine zu erwartende Berufungsverhandlung vermutlich dort stattfinden.

Jetzt die WSZ kostenlos abonnieren und keine Story mehr verpassen: Hier anmelden

Zum dritten Mal: Kita „Schöne Aussicht“ erhält Zertifikat der IHK

Westsachsen/Werdau.- Fünf Monate ist es nun her, als zahlreiche Schmetterlinge den Garten der Werdauer Kindertagesstätte „Schöne Aussicht“ eroberten. Es war der Höhepunkt des Projektes „Von der Raupe zum Distelfalter“, das vom Kita-Team und den Kindern über einen Zeitraum von drei Wochen durchgeführt wurde.
In allen vier Gruppen wurden Aufzuchtsbehälter mit kleinen Raupen aufgestellt und täglich das Wachsen und Verändern beobachtet. Mit Lupen und scharfen Augen entging den Kids rein gar nichts: täglich wurden die Fortschritte im Wachstum fotografiert und kreativ festgehalten. „Dabei waren die Kinder auffällig ruhig und besonnen, denn keiner wollte die Raupen bis zur Verpuppung stören“, berichtet Einrichtungsleiterin Anja Püschel. Nach ca. einer Woche hingen helle Kokons am Fließ im Deckel der Behälter und der vorsichtige Wohnungswechsel in die Schmetterlingsvolieren stand bevor. Dieser wurde trotz zitternder Hände problemlos gemeistert. Nun hieß es warten und beobachten, wann sich die Kokons verfärben und die Metamorphose beginnt.
Mitte Juni wurden dann alle kleinen und großen Forscher von flattrigen Gesellen in den Volieren überrascht - fast alle Falter waren geschlüpft, was für großen Jubel in den Gruppenzimmern führte. Kurz darauf herrschte eifriges Treiben, denn die neugeborenen Distelfalter brauchten Futter. Aufgeschnittene Orangen, Bananen und Zuckerlösung auf Blütenranken wurden den Faltern in ihre Wohnungen gestellt. Nun bot sich ein weiteres Schauspiel, wenn die Falter ihren Saugrüssel ausrollten und sich genüsslich an den Säften stärkten. Ein Projekt, das nicht nur bei den Kleinen für Begeisterung sorgte.
Aufgrund der konzeptionellen und pädagogischen Arbeit wurde die Kindertagesstätte „Schöne Aussicht“ nunmehr zum dritten Mal als „Haus der kleinen Forscher“ ausgezeichnet. Die Kinder erhielten von der Industrie- und Handelskammer Medaillen für ihren Wissensdrang, die Einrichtung das neue Zertifikat. Und auch für die Zukunft sind bereits neue Experimente geplant. Konkret werden sich die Kinder mit Tees, deren Zutaten, Geschmack und Wirkung beschäftigen.
Mit dem Prädikat „Haus der kleinen Forscher“ ausgezeichnet werden Kindertagesstätten, die ein besonders vielfältiges und kontinuierliches Angebot für Kinder haben, um sich mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu beschäftigen – Inhalte, die auch später im Schul- und Arbeitsleben für den Standort Sachsen von großer Bedeutung sind. Damit soll ein wichtiger Beitrag für die frühkindliche Bildung in Deutschland geleistet werden. Um das zu ermöglichen, drückt auch das Team der „Schönen Aussicht“ regelmäßig die Schulbank.

 Quelle und Foto: Stadtverwaltung Werdau

Bei Abriss einer Industriebrache: alte Brunnenanlage gefunden

Westsachsen/Werdau.- Bei den Rückbauarbeiten eines ehemaligen Fabrikkomplexes in der Werdauer Richardstraße hat die beauftragte Firma einen interessanten Fund gemacht: Einen verschütteten Brunnen.
Um genau zu sein handelt es sich um einen gebohrten Tiefbrunnen mit einem Durchmesser von 300mm. Die Stadtverwaltung beauftragte umgehend eine Spezialfirma aus Hof, die ihn in den vergangenen Tagen Stück für Stück die alte Saugleitung freilegte, aushob und sicherte. Erste Messungen und Kamerabefahrungen nährten den Verdacht, der Brunnen könne 40 bis 60 Meter tief sein.
Tatsächlich wurde schlussendlich eine Tiefe von stattlichen 71 Metern festgestellt. Der Brunnen wurde neu verrohrt und steht künftig dem Bauhof zur Nutzung bei der Grünanlagenbewässerung zur Verfügung. Das geborgene Bauwerk stammt aus dem VEB Pumpenfabrik Oschersleben.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Werdau

16 November 2020

Neuer Pressesprecher: „Ren Semel“ beantwortet Fragen an die OBin

Westsachsen/Zwickau.- Seit einigen Tagen ist es streng verboten, die Fußgängerzone ohne Corona-Maske zu betreten. Bei Zuwiderhandlung kassiert das Ordnungsamt der Stadt Zwickau 60 Euro vom ungehorsamen Bürger ab.
Wir wollten von der neuen Oberbürgermeisterin Consance Arndt wissen, warum sie diese unsinnige Verordnung der Sächsischen Staatsregierung umsetzt. Folgende Stellungnahme erreichte uns auf Umwegen. „Ren Semel“ schreibt bei Facebook: „Die Fragen muss die OB nicht beantworten. Schauen sie Mal in die Corona Schutz Verordnung. Da steht alles drin 😉. Die Bußgelder verhängt das Landratsamt und nicht die Stadt.“ Interessant ist diese Aussage allerdings vor dem Hintergrund, dass nicht das Landratsamt, sondern die Stadt Zwickau mit ihrem Logo auf den Verbotsplakaten signiert. Wer kassiert also die Bürger ab? Ach ja, unter dem Kommentar von „Ren Semel“ hat Frau Arndt einen „gefällt mir - Daumen“ gesetzt. Bedeutet das also, „Ren Semel“ ist ab jetzt der neue Pressesprecher der Oberbürgermeistern?
Auf die offizielle Anfrage der Westsächsichen Zeitung reagierte das neue Stadtoberhaupt bisher nicht. Ihre Vorgängerin war wenigstens in diesem Punkt vorbildlich. Sie beantwortete die Fragen der Presse immer sehr zeitnah. Bei wichtigen Anliegen auch am Wochenende und aus dem Urlaub heraus von ihrem iPhone. Hier hat Frau Arndt noch etwas Nachholebedarf.

Jetzt die WSZ kostenlos abonnieren und keine Story mehr verpassen: Hier anmelden

13 November 2020

Ein Insider packt aus: „NSU“-Morde werden schlecht vermarktet

Westsachsen/Zwickau.- Im Rathaus hängt eine Gedenktafel öffentlich aus. Die Rathausleitung verbietet das Fotografieren. Ein Leser spielte uns das nebenstehende Foto anonym zu. Darauf ist zu lesen: „Neonazistische Verbrecher haben zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen in sieben deutschen Städten ermordet. Neun Mitbürger, die mit ihren Familien in Deutschland eine neue Heimat fanden, und eine Polizistin. Wir sind bestürzt und beschämt, dass diese terroristischen Gewalttaten über Jahre nicht als das erkannt wurden, was sie waren: Morde aus Menschenverachtung. Wir sagen: Nie wieder!“
Dazu kommentiert ein Insider, der namentlich nicht genannt werden will, wie folgt: „Zum politischen Vermächtnis der ehemaligen Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) gehört neben den Zuständen, die sie bei ihrem vorzeitigen Abgang hinterließ, vor allem die zuweilen zwanghaft anmutende Ideologiearbeit.
Bemerkenswert widersprüchlich war und ist hierbei die Verhaltensweise, mit der an den sogenannten ,NSU'-Komplex erinnert werden soll. An diese oft kolportierte Verschwörungstheorie, die eine nicht sonderlich plausible Lösung der sogenannten ,Dönermorde' liefern soll. Einer bis heute nicht aufgeklärten deutschlandweiten Mordserie an ausländischen Kleingewerbetreibenden.
Die Stadt Zwickau ging mit der ideologischen Ausschlachtung dieser Mordserie stets einen sehr merkwürdigen Weg. Zum einen beklagten Ex-OBin Pia Findeiß und ihre Mitstreiter stets einen angeblichen ,Imageschaden' für unsere Stadt, der hierdurch entstanden sein soll. Andererseits ließ und lässt man keine Gelegenheit aus, dieses angeblich ,das Image der Stadt schädigende Thema' selbst wieder und wieder in die Öffentlichkeit hineinzutragen. Wobei man sich vollkommen unreflektiert der gängigen Verschwörungstheorie bedient, die beiden Rechtsextremisten Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hätten diese Morde verübt.
Seltsame Sumpfblüten wie die sogenannte ,Geschichtswerkstatt' des ehemaligen Schulsozialarbeiters Jörg Banitz und seltsam bemalte Baumarktbänke, die an die vermeintlichen ,NSU'-Opfer erinnern sollen, werden setdem auch von der Stadt Zwickau großzügig mit Fördergeldern gemästet. Auf Betreiben von Pia Findeiß errichtete man sogar einen ganzen ,Gedenkwald' in der Nähe des Zwickauer Schwanenteiches, der seitdem als Wallfahrtsort für ,NSU'-Touristen dient.
Bisheriger Höhepunkt der Vermarktung der Marke ,NSU' ist das Anbringen einer seltsamen Gedenktafel am Eingang zum Bürgersaal im Rathaus. Sonderbarerweise bleibt nicht nur das ,Wir' auf der nicht unterschriebenen Tafel unklar. Rathaussprecher Mathias Merz, ein Duzfreund von Pia Findeiß, hat es sogar ausdrücklich untersagt, die Tafel zu fotografieren. Eine überaus merkwürdige Art des Gedenkens.“

Jetzt die WSZ kostenlos abonnieren und keine Story mehr verpassen: Hier anmelden