07 Februar 2023

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Zu unkonkret und verjährt? Nicht bei der WSZ: Hier liegen Beweise vor!

Westsachsen/Zwickau.-
Am 9. April 2008 veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung einen Leserbrief von Frank Fahsel aus Fellbach. Dieser stellte sich darin als ehemaliger Richter am Landgericht Stuttgart vor (1973–2004) und behauptete, er habe „ebenso unglaubliche wie unzählige, vom System organisierte Rechtsbrüche und Rechtsbeugungen erlebt“ und er habe „unzählige Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte erleben müssen, die man schlicht ‚kriminell‘ nennen kann“. Anlässlich des sogenannten Sachsensumpfes gab er an, er kenne auch in Stuttgart diverse Richter und Staatsanwälte, die „in den Puff“ gingen. Der Brief beinhaltete weder konkretere Sachverhalte noch Namen und erschien unter dem Titel „Konsequente Manipulation“.
Die Vorwürfe gegen das Landgericht Stuttgart lösten damals einen Shitstorm aus. Ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung des Leserbriefs von Richter Fahsel stellte der Journalist Andreas Müller in der Stuttgarter Zeitung fest: „Mehr als 600 Einträge finden sich bei der Internetsuchmaschine Google inzwischen unter seinem Namen. Nahezu in jedem Forum von Justizkritikern, -opfern oder -geschädigten wird aus seinem Verdikt zitiert. [...] Inzwischen avancierte Fahsel zu einer Art Kronzeugen für all jene, die aus den unterschiedlichsten Gründen mit der Justiz hadern. Wenn sogar ein ehemaliger Richter aus intimer Binnensicht so urteile, folgern sie, dann müsse das deutsche Rechtssystem ja wirklich verkommen sein.“
Außer im Artikel von Andreas Müller wurde der Leserbrief fast ausnahmslos lediglich zitiert, ohne jede kritische Stellungnahme zu Fahsels Äußerungen. Es gab mehrere ablehnende Äußerungen aus Justiz und Politik zu den Vorwürfen des Leserbriefschreibers.
Der Präsident des Landgerichts Stuttgart Franz Steinle sah in den Anwürfen des früheren Kollegen „reine Diffamierungen“. Eberhard Stilz, Präsident des Oberlandesgerichts Stuttgart, hielt es „nicht für angezeigt, dem Leserbrief die Ehre einer Erwiderung angedeihen zu lassen“. Reagieren könne man nur auf eine Äußerung, „die ein bestimmtes Niveau hat“. Im baden-württembergischen Justizministerium unter Ulrich Goll (FDP) hielt man die „grob ehrenrührigen Behauptungen und Werturteile“ für viel zu pauschal. Die Bundesministerin der Justiz Brigitte Zypries (SPD), die auf der Internetplattform „abgeordnetenwatch.de“ mit Fahsels Leserbrief konfrontiert wurde, antwortete: „Ich halte die Vorwürfe gegen den deutschen Rechtsstaat und vor allem den Vorwurf, ‚unzählige Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte’ seien kriminell für abwegig und infam.“
Der von Andreas Müller als „namhaft“ apostrophierte Autor Hans-Joachim Selenz schrieb hingegen zu Fahsels Vorwürfen: „Würde dies ein einfacher Bürger behaupten, der von einem dieser kriminellen Gesetzeswächter gerade seiner Rechte beraubt wird, säße er – mit hoher Wahrscheinlichkeit – alsbald hinter Gittern. Es sei denn, es ist die Wahrheit [...] Besser kann man den Zustand in den Teilen der deutschen Justiz nicht auf den Punkt bringen, mit Hilfe derer Politik und Wirtschaft den Rechtsstaat missbrauchen“ und verwendet Fahsels Vorwürfe auf seiner Website, um seine eigene partielle Kritik an der Justiz zu untermauern.
Der Leserbrief des Exrichters kursiert weiterhin im Internet. Zu einer gerichtlichen Klärung der Vorwürfe oder einem inhaltlichen Diskurs kam es nicht, da Fahsel keine im Nachhinein überprüfbaren Tatsachen benannt hatte. Nach Andreas Müller wurde das Schreiben des Exrichters bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart schlicht „zur Kenntnis genommen“, die Vorwürfe seien zu unkonkret, um ihnen inhaltlich nachzugehen, aber auch zu vage, um etwa wegen Beleidigung zu ermitteln. Etwaige während Richter Fahsels Dienstzeit begangene Rechtsbeugungen sind seit spätestens 2009, etwaige Beleidigungen durch den Leserbrief oder die zitierten Kommentare seit 2011 verjährt.
Im Gegensatz dazu liegen der WSZ sehr konkrete Sachverhalte und Beweise sowie die Namen der verantwortlichen Akteure vor. Etliche wurden bereits hier veröffentlicht. Auf eine Verjährung, wie am Ende des Artikels vorgeschlagen, kann sich nicht berufen werden, da sämtliche Delikte immer wieder neu angezeigt wurden und weiterhin laufend angezeigt werden.
Quellen: Wikipedia/WSZ

04 Februar 2023

Frische Farbenspiele: Ingrid Füllsack im Königlichen Kurhaus

Westsachsen/ Bad Elster.- Am vergangenen Freitag wurde in der Galerie des Königlichen Kurhauses Bad Elster die neue Ausstellung »Meine Farbspiele« der Künstlerin Ingrid Füllsack (Foto) aus Weimar eröffnet. Das wechselnde Ausstellungsprogramm der Kultur- und Festspielstadt ist dabei fester Bestandteil Teil der kulturtouristischen Gästeangebote in den Königlichen Anlagen des Sächsischen Staatsbades.
Anlässlich der Chursächsischen Winterträume in Bad Elster stellt die gebürtige Vogtländerin aus Weimar in Bad Elster ihre aktuelle Bilderreihe aus. Die lebendigen Werke entstanden durch verschiedenste Mischtechnik mit Gouache, Tusche und Seidenpapier bis hin zu Acryl. Der Hauptteil der Ausstellung ist jedoch ihren Aquarellarbeiten vorbehalten. Seit fast 10 Jahren lässt sie sich durch Malkurse an der Mal- und Zeichenschule Weimar inspirieren. Hier insbesondere durch den Kurs des französischen Malers und Grafikers Roger Bonnard. Weitere Einflüsse auf ihre Arbeit gab ihr der Kurs von Ingeborg Schnöke zum Umgang mit Aquarell- und Acrylfarben, aber auch beim Ausprobieren neuer Techniken. Zusätzlich beschäftigte sie sich im Zuge der Sommerakademie in Neuburg an der Donau im Kurs von David John Flynn mit farbigen Abstufungen und Überlagerung von Farbschichten in Acryl. Aus diesen Anregungen heraus entstanden ihre sehenswerten Farbenspiele unterschiedlichster Motive, von Landschaften über Naturspiegelungen bis hin zu impressionistischen Ansichten, die nun in der Kultur- und Festspielstadt Bad Elster zu sehen sind.
„Besonders fallen in der Ausstellung die Aquarelle ins Auge, die den größten Teil der hier gezeigten Arbeiten ausmachen“ erklärt Ute Gallert als Ausstellungsverantwortliche der Chursächsischen Veranstaltungsgesellschaft und fügt hinzu: „Es sind sehr stimmungsvolle Bilder, die eigene Erlebnisse oder Lieblingsmotive wiedergeben. Der Betrachter reist so mit dem Auge durch Urlaubseindrücke, zum Meer und den Küsten, aber auch in die Landschaften des Vogtlands – Kurzum: Eine sehenswerte Ausstellung für die Gäste Bad Elsters!“
Die neue und sehenswerte Ausstellung kann nun noch bis zum 11. April 2023 jeweils Montag bis Freitag von 9.00 bis 17.00 Uhr sowie zu den Veranstaltungen im Königlichen Kurhaus Bad Elster besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. | www.chursaechsische.de

Wanderausstellung im Schloss: „So schön ist die Region Zwickau“

Westsachsen/Waldenburg.-
Seit gestern ist die Wanderausstellung des Tourismusregion Zwickau e. V. im Souterrain von Schloss Waldenburg zu sehen. Gezeigt werden Fotos der Region Zwickau im A1-Format. „Direkt vor der eigenen Haustür warten sagenhafte Geschichten, imposante Bauwerke und eine malerische Natur. Auch die Industriekultur der Region wurde mehrfach abgelichtet“ – so Oliver Göhler. Das Besondere an den Bildern ist, dass Sie auf Alu-Dibond gedruckt sind und die Fotografien durch den Metallic-Effekt einzigartig in Szene gesetzt werden. Oliver Göhler: “Die Wirkung durch den metallischen Glanz ist eine andere, als wenn man die Fotos auf Papier gedruckt hätte. Die Farben kommen viel besser zur Geltung. Außerdem sind die Bilder so stabiler“. Zu sehen sind die ca. 20 Fotografien im Souterrain von Schloss Waldenburg und können im Rahmen der regulären Öffnungszeiten mit einem Eintrittsticket für die Dauerausstellungen (Eintritt 4 € / ermäßigt 3 €) oder mit dem Erwerb eines Kombitickets (Eintritt 10 € / ermäßigt 8 €) besucht werden.
Quelle und Foto: Schloss Waldenburg

03 Februar 2023

Stasi-Aufarbeitung auf Sächsisch: Naiv und ahnungslos oder Maulkorb?

Westsachsen/Zwickau/Dresden.-
Unter dem Titel „Alle wissen Bescheid: Diese Ignoranz ist unerträglich!“ veröffentlichte die WSZ im Dezember letzten Jahres einen Artikel über die Ignoranz von Politikern, Behörden und Institutionen gegenüber offensichtlichen Missständen in der Gesellschaft. Sven Trautmann aus Königsbrück (Foto) bemüht sich seit Jahren um Aufklärung darüber, wo seine Tochter Xenia abgeblieben ist. Er vermutet aktive Stasi-Seilschaften hinter der Kindesentführung (WSZ berichtete).
In seinem Bemühen um Aufklärung besuchte er unter anderem die „Gedenkstätte Bautzener Straße in Dresden“ und die Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Auch hier hinterließ er umfangreiches Beweismaterial zum Thema Sachsensumpf in Sächsischen Behörden und Probleme mit aktiven Stasi-Seilschaften. Jetzt haben ihm beide Institutionen geantwortet. Das Ergebnis ist jedoch eher ernüchternd. „Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten“, so Sven Trautmann. „Entweder sind die Mitarbeiter dort grenzenlos naiv und ahnungslos oder sie haben die Anweisung, das Thema klein zu halten.“ Anders könne man sich diese beiden Schreiben nicht erklären...


Stadtbibliothek Zwickau: Entgelte jetzt auch online bezahlen

Westsachsen/Zwickau.-
Ab sofort ist es möglich, dass die Nutzer der Stadtbibliothek unter www.bibliothek.zwickau.de ihre Entgelte online bezahlen. Dafür meldet man sich mit seinen Zugangsdaten im Benutzerkonto an. (Bibliotheksausweisnummer und Passwort). In „Meine Bibliothek“ findet man unter dem Menüpunkt „Gebühren“ die offenen Posten.
Mit einem Klick auf „Bezahlen“ erfolgt die Weiterleitung zum Zahlungsdienstleister. Als Zahlungsverfahren stehen Giropay und Kreditkartenzahlung zur Verfügung. Zu beachten ist, dass bei Giropay ein Onlinebanking-Zugang bei der Hausbank vorliegen muss. Wenn die Zahlungsbestätigung angezeigt wird, ist der Vorgang erfolgreich abgeschlossen. Damit erweitert die Stadtbibliothek Zwickau ihr Angebot in Online-Services.
Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Derzeit nicht erfüllbar: Der Traum vom demokratischen Rechtsstaat

Westsachsen/Dresden/Zwickau.-
Die nachfolgende Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung ist im direkten Zusammenhang mit der Zwickauer Überklebungs- und Sparkassenaffäre zu sehen. Die Wunschliste, die Staatsministerin Katja Meier hier aufmacht, müsste in erster Linie an die Damen und Herren Juristen in den Zwickauer Gerichten sowie der Staatsanwaltschaft Zwickau gerichtet werden. Erst wenn die massiven Rechtsbrüche hier aufgeklärt und bereinigt worden sind, gibt es überhaupt eine Chance auf Erfüllung der im Folgenden aufgezählten Wünsche:

„Rechtsstaat und Demokratie sind mehr als nur eine To-Do-Liste, die es abzuarbeiten gilt“. Das betonte Staatsministerin Katja Meier gestern in ihrer Rede vor dem Sächsischen Landtag.
Rechtsstaat und Demokratie müssten zusammen gedacht und in vielschichtigen, langfristig angelegten Projekten vorangebracht werden, sagte sie: »Demokratie lebt davon, dass der Rechtsstaat für die Rechte aller Menschen eintritt. Sie lebt davon, dass wir aktiv gegen Diskriminierung vorgehen.« Damit sei das SMJusDEG »das Ministerium, das Sachsen heute und in Zukunft braucht: zur Wahrung eines bürgernahen und modernen Rechtsstaats sowie einer lebendigen demokratischen Kultur«.


Rechtsstaat
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, muss die sächsische Justiz sicher und zuverlässig den aktuellen Generationenwechsel bewältigen und die beispiellose Zäsur der Justiz durch ihre Digitalisierung voranbringen. Zu diesem Zweck wurden im SMJusDEG in den vergangenen drei Jahren etliche Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt: Neben den nötigen personellen Zuwächsen wurden auch Verbesserungen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf vorangetrieben. Die sächsische Justiz bleibt leistungsfähig – und sie wird zugleich jünger und weiblicher.
Im vergangenen Jahr haben 58 junge Proberichterinnen und Proberichter ihren Dienst in sächsischen Gerichten und Staatsanwaltschaften aufgenommen, die höchste Anzahl seit 1998. In den letzten beiden Jahren wurden zehn weitere junge Kolleginnen und Kollegen aus anderen Geschäftsbereichen in die sächsische Justiz versetzt. Damit befinden sich derzeit insgesamt fast 150 Proberichterinnen und Proberichter im Dienst des Freistaats Sachsen. Dabei liegt der Frauenanteil der Neueinstellungen bei rund 60 Prozent.
»Die sächsische Justiz hat in den nächsten Jahren mit dem anstehenden Generationenwechsel die wohl größte personelle Herausforderung seit ihrer Wiedererrichtung in der Nachwendezeit zu bewältigen. Darum werben wir hier nicht nur um Absolventinnen und Absolventen direkt nach der Ausbildung, sondern auch um berufserfahrene Juristinnen und Juristen, die mit dem Wechsel in die sächsische Justiz in die Rolle der Entscheider wechseln wollen«, sagte die Justizministerin.
Im Wettbewerb um gut ausgebildetes und motiviertes Personal hat das SMJusDEG zusätzlich entsprechende Anreize geschaffen: einen Anwärtersonderzuschlag im allgemeinen Vollzugsdienst, eine der besten Besoldungen für Referendarinnen und Referendare bundesweit und seit Beginn des Jahres außerdem die Möglichkeit, das Referendariat auch in Teilzeit zu absolvieren.
Opferschutz
Zugleich geht das Ministerium aktiv gegen Diskriminierung vor und schreibt den Landesaktionsplan zur Akzeptanz der Vielfalt fort. In Sachsen gibt es durch einen Kraftakt inzwischen in fast allen Landkreisen Anlauf- und Koordinierungsstellen für Opfer häuslicher Gewalt um jedem Opfer wohnortnahe, schnell und unkomplizierte Hilfe zukommen zu lassen. Darüber hinaus wird mit einer Großoffensive beim Thema »Hass im Netz«, eigenen Ansprechpersonen bei der Generalstaatsanwaltschaft insbesondere auch für Mandats- und Amtsträgerinnen und -träger und einem umfangreichen Maßnahmenplan für ein konsequentes Vorgehen gegen Extremisten gesorgt.
Mit der Gründung und Förderung des Zentrums für kriminologische Forschung (ZkfS) schafft das SMJusDEG valide kriminologische Forschungsgrundlagen für einen menschenwürdigen und zeitgemäßen, auf Resozialisierung ausgerichteten Justizvollzug.
Demokratie und Beteiligung
Bürgernähe stellt das Ministerium mit dem bereits im vergangenen Jahr vom Landtag verabschiedeten Transparenzgesetz her. Damit haben alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, niedrigschwellig an Informationen über die Regierungs- und Verwaltungsarbeit zu kommen. Erst vor kurzem veröffentlichte das SMJusDEG die Stellungnahmen der Staatsregierung auf die Handlungsempfehlungen des ersten sachsenweiten Bürgerrates »Forum Corona«. Bürgerbeteiligung wird durch das SMJusDEG kontinuierlich gefördert und soll sich sowohl auf kommunaler als auch auf Landesebene verstetigen. Europa
Die im vergangenen Jahr neu eingerichtete Leipziger Rechtsstaatskonferenz des Freistaates wird in diesem Jahr fortgesetzt. Fachleute, Politikerinnen und Politiker, Studierende und eine interessierte Öffentlichkeit aus ganz Europa debattieren hier Den Zustand und die Zukunft der Rechtsstaatlichkeit in Europa.
Mit dem Projekt SaxoRail schickt das SMJusDEG junge Sächsinnen und Sachsen als »Europabeauftragte« des Freistaates quer durch Europa. Damit vertieft es den europäischen Gedanken in Sachsen und bringt zugleich europäische Impulse nach Sachsen. Mehr als 3.000 Menschen zwischen 18 und 27 Jahren hatten sich im Oktober vergangenen Jahres um die kostenlosen Interrail-Pässe und einen Reisekostenzuschuss von jeweils 250 Euro beworben. Aufgrund der großen Nachfrage wurde die Anzahl der zu verlosenden Tickets von 150 auf 250 Tickets erhöht und das Projekt in diesem Jahr fortgesetzt.
Ergänzend zur praktischen Erfahrung soll ein Europabildungskonzept für Sachsen verstetigen und erweitern, was bereits unternommen wird, um Kindern, Heranwachsenden und Erwachsenen Kenntnisse zu vermitteln über Aufbau, Funktion und Nutzen der Europäischen Union und die Zusammenarbeit der Länder.
Gleichstellung
»Wenn wir als Demokratie glaubhaft sein wollen, dann dürfen wir weder den Opferschutz vernachlässigen, noch dürfen wir tatenlos dabei zusehen, wenn gegen Minderheiten gehetzt wird«, betonte die Ministerin«, »Demokratie lebt davon, dass der Rechtsstaat für die Rechte aller Menschen eintritt. Sie lebt davon, dass wir aktiv gegen Diskriminierung vorgehen. Deshalb schreiben wir als Staatsregierung den Landesaktionsplan zur Akzeptanz der Vielfalt fort, und deshalb legen wir ein Gleichstellungsgesetz vor, das in Sachsen schon lange überfällig ist.«
Der Entwurf eines modernen Gleichstellungsgesetzes für den Freistaat befindet sich derzeit in der Verbändeanhörung um das fast 30 Jahre alte Frauenförderungsgesetz abzulösen und Gleichstellung in Sachsen im 21. Jahrhundert ankommen zu lassen. Über die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in allen Ebenen und Bereichen des öffentlichen Dienstes hinaus möchte der Freistaat Sachsen Chancengerechtigkeit für alle Bediensteten mit Familien- und Pflegeaufgaben herstellen. Durch flexible Arbeitsbedingungen soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden. Die Gleichstellungsarbeit in den Dienststellen wird durch starke Gleichstellungsbeauftragte und aussagekräftige Gleichstellungspläne professionalisiert.
Zusammenfassend sagte Staatsministerin Katja Meier: »Das Erreichte im Blick genauso wie das Kommende, sehen wir, dass Rechtsstaat und Demokratie keine Einzelprojekte sind, die sich mit ein paar Häkchen auf den Stapel der Erledigungen verschieben lassen.«

02 Februar 2023

Rehabilitation – wichtiger Bestandteil der onkologischen Behandlung

Westsachsen/Bad Elster.-
Wer an Krebs erkrankt ist und nach seinem Aufenthalt im Krankenhaus eine Anschlussrehabilitationsmaßnahme (AHB) absolviert, kann seine Lebensqualität steigern, Nebenwirkungen onkologischer Therapien bzw. Nachwirkungen der Erkrankung lindern. Rund ein Viertel der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden kann nach ausreichender Stabilisierung wieder einer durchgängigen Beschäftigung nachgehen. Das belegen Zahlen aus dem Reha-Bericht der Deutschen Rentenversicherung Bund. „Eine onkologische AR/AHB ist darauf ausgelegt, eine physische und psychische Stabilisierung für die Patienten nach primär erfolgten onkologischen Therapien (OP, Strahlentherapie, Chemotherapie) sowie Linderung bestehender Funktionsstörungen bzw. Nebenwirkungen der Therapien zu erreichen“, erklärt dazu Chefärztin Dr. med. C. Junghans von der Paracelsus Klinik am Schillergarten Bad Elster.
„Unser Ziel ist es, den Patienten viele krankheitsspezifische Informationen, Anleitung zur individuellen muskulären Kräftigung, Verbesserung der allgemeinen Befindlichkeit sowie auch zur Konditionierung und Nachsorgeangebote zu vermitteln. Bedarfsgerecht erhalten alle Patienten Unterstützung zur Krankheitsbewältigung, Verringerung auftretender Ängste sowie zur beruflichen und sozialen Reintegration", so Junghans.
Trotz dieser Vorteile nimmt in Deutschland nur rund ein Drittel aller Krebspatienten eine Reha wahr. Die onkologischen Fachärzte der Paracelsus Kliniken erinnern vor diesem Hintergrund anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar alle betroffenen Patientinnen und Patienten daran, dass die onkologische Rehabilitation ein wichtiger, wirksamer und notwendiger Teil der Behandlungskette ist.
In der onkologischen Rehabilitation gilt: Je individueller sie auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten zugeschnitten ist, desto besser ist ihre Wirkung. „Man muss sich immer wieder vor Augen halten, in welch schwieriger Lebenssituation sich die Betroffenen befinden”, erklärt die leitende Diplom-Psychologin Charlotte Hempel von der Paracelsus Klinik am Schillergarten Bad Elster. „Die Art der Krebserkrankung, das Ausbreitungsstadium, aber auch Alter und Begleiterkrankungen der Betroffenen müssen ganzheitlich berücksichtigt werden. Die Patienten müssen lernen, sich neu zu orientieren, neue Denk- und Verhaltensmuster zu finden. Das ist nicht einfach und braucht therapeutische Unterstützung.”
In einer onkologischen Rehabilitationsklinik werden Patienten dazu im physischen Bereich mit speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmter Physio-, Sport- und Ergotherapie, Schmerztherapie sowie ergänzender Beratung zu Ernährung und zu ihrem künftigen Alltag unterstützt. Gleichzeitig werden während der Rehabilitation auch psychologische Hilfen zur Bewältigung der Erkrankung sowie Informationen über ihre Folgen angeboten. Persönlich bietet die Reha Gelegenheit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, Erlebnisse und Gefühle zu teilen, sich gegenseitig Mut zu machen, voneinander zu lernen und unter therapeutischer Anleitung sich selbst und den eigenen Körper neu kennenzulernen.
Rund 120.000 Menschen nehmen nach aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung Bund jedes Jahr eine onkologische Rehabilitation in Anspruch, die stationär oder ganztägig ambulant durchgeführt wird. Die Dauer ist von den individuellen Einschränkungen und Beschwerden sowie dem Erreichen der Rehabilitationsziele abhängig; sie beträgt durchschnittlich 21 Tage. Wenn erhebliche Funktionsstörungen vorliegen, kann in Ausnahmefällen bis zum Ablauf von zwei Jahren nach der Erstbehandlung eine zweite Rehabilitation beantragt werden.
Quelle und Foto: Paracelsus Kliniken

Impfsprechstunden im Gesundheitsamt und Durchführung von Impfungen

Westsachsen.-
Das Gesundheitsamt des Landkreises Zwickau informiert, dass dienstags in der Zeit von 14 bis 17 Uhr weiterhin eine Impfsprechstunde angeboten wird. Neben der Grippeschutzimpfung werden Impfungen gegen Tetanus/Diphterie/Keuchhusten/Kinderlähmung, FSME, Masern/Mumps/Röteln sowie Gürtelrose (ab dem 60. Lebensjahr oder ab dem 50. Lebensjahr bei chronischen Krankheiten) und Pneumokokken (ab dem 60. Lebensjahr oder chronischen Krankheiten) durchgeführt.
Ort: Verwaltungszentrum Zwickau, Haus 4, Zimmer 220. Mitzubringen sind die Krankenversichertenkarte und der Impfausweis. Impfungen bei Kindern sollten prinzipiell bei den behandelten Kinderärzten erfolgen und nur in Ausnahmefällen im Gesundheitsamt. Bedingung dafür ist das vollendete 5. Lebensjahr.

DMO: „Tourismusverband Chemnitz Zwickau Region e.V.“ gegründet

Westsachsen/Zwickau/Chemnitz/ Rochlitz.-
Die drei – bisher einzeln agierenden – Verbände und Unternehmen im Tourismusmarketing, der Tourismusregion Zwickau e.V., die CWE mbH aus Chemnitz und der Heimat- und Verkehrsverein „Rochlitzer Muldental e.V.“ haben zum 1. Februar 2023 einen gemeinsamen „Tourismusverband Chemnitz Zwickau Region e.V.“ und damit eine sogenannte Destinationsmanagementorganisation (DMO) gegründet. Zentrale Themen sind Industrie, Kultur und Natur. Ziel ist, eine effiziente Organisationsstruktur aufzubauen, um die derzeit noch zergliederte und zu geringe – insbesondere touristische – Außenwahrnehmung der Region zu stärken und Synergieeffekte zu nutzen. Alle drei Partner haben schon vorher auf verschiedenen Ebenen zusammengearbeitet, weshalb der Schritt der Destinationsgründung nur folgerichtig ist. Alle Partner bleiben zudem als eigenständige Unternehmen bzw. Vereine erhalten und sind weiterhin starke Ansprechpartner vor Ort.
Oberbürgermeisterin Constance Arndt betont: „Für die Stadt Zwickau als Automobil- und Robert-Schumann-Stadt ist es besonders wichtig, sich als Teil einer starken Region zu präsentieren, die eine vielfältige Kultur, Industrie und Industriegeschichte sowie die Bewahrung ihrer natürlichen Lebensgrundlagen miteinander verbindet.“ Neben den drei touristischen Partnern sind die Landkreise Mittelsachsen und Zwickau sowie die Städte Chemnitz und Zwickau als auch die Gemeinde Callenberg an der Gründung des neuen Tourismusverbandes beteiligt. Der Begriff „Region“, welcher ganz bewusst als abschließender dritter Bestandteil an die Marke CHEMNITZ. ZWICKAU. REGION. gesetzt wurde, soll die Bedeutung der ländlichen Regionen neben den Großstädten unterstreichen.
Nachdem die Mitgliedskommunen der beiden Tourismusvereine für die Gründung grünes Licht gaben, stimmte mit dem Stadtratsbeschluss im Dezember 2022 auch Chemnitz als dritter Partner der Gründung des Vereins Tourismusverband Chemnitz Zwickau Region e.V. zu. Dieser bildet die gemeinsame rechtliche Grundlage der DMO und wird seinen Sitz in Chemnitz haben. Der Gründung ging ein Prozess seit Mitte 2017 voraus, in welchem gemeinsame Themen gefunden und eine Strategie entwickelt wurden. Die Inspiration für die thematische Belebung der neuen Marke CHEMNITZ. ZWICKAU. REGION. liegt im Dreiklang Industrie – Kultur – Natur. Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas 2025 lädt zudem gemeinsam mit der Kulturregion Gäste ein, die ganze Region zu entdecken.
„Für uns als Stadt Chemnitz ist die Kooperation mit dem Umland sehr wichtig. Wir versprechen uns von den entstehenden Strukturen in Kombination mit dem Titel Kulturhauptstadt Europas 2025 nachhaltig eine hohe touristische Relevanz und Auslastung. Es soll mit dem Tourismusverband Chemnitz Zwickau Region e.V. eine wettbewerbsfähige Destination entwickelt werden, mit der nicht nur die Außenwirkung, sondern auch der Tourismus als Wirtschaftsfaktor nachhaltig gesteigert werden können", sagt Sven Schulze, Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz.
Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau