26 August 2023

125 Jahre kulturelle Geschichte: Neuberinhaus feiert Geburtstag

Westsachsen/Reichenbach.- Am Freitag, dem 1. September 2023 findet 19 Uhr eine besondere Ausstellungseröffnung im Großen Saal des Neuberinhauses statt, denn das hiesige Kulturhaus hat Geburtstag und wird in diesem Jahr 125 Jahre alt. Die Ausstellung aus dem gleichnamigen Projekt „Vom Kaiser zur Prinzipalin / Die Geschichte eines Kulturhauses“ zeigt episodenartig einige der zahlreichen Geschichten aus dem Haus. „Wir hatten wirklich sehr viel Material und haben uns dazu entschieden weniger die Historie im kleinsten Detail darzustellen, sondern einige Highlights besonders hervorzuheben.“, sagt Frank Lorenz, künstlerischer Leiter des Fördervereins Kunsthalle Vogtland e.V. Die Kunsthalle Vogtland ist verantwortlich für die Ausgestaltung des Foyers und zeigen grundlegend zeitgenössische Kunst. „Wir waren sofort Feuer und Flamme mit dem Projekt als das Neuberinhaus auf uns zu kam und fragte, ob wir uns einmal diesem Thema annehmen werden. Der künstlerische Aspekt spielt bei der Ausgestaltung aber natürlich trotzdem für uns immer eine wichtige Rolle.“, so Lorenz weiter. Entstanden ist eine spannende Ausstellung über 125 Jahre Kulturgeschichte in der Stadt, welche mit Projektionstechnik noch einmal mehr erlebbar gemacht wird.
Zur Erinnerung, das Neuberinhaus wurde am 15. Oktober 1898 als Kaiserhof eröffnet. Zur Eröffnung wurde Friedrich Schillers „Braut von Messina“ gespielt. Das Stück wird in diesem Jahr durch das Neuberin Ensemble unter dem Namen „Bruder\Krieg.“ Neuinszeniert und hat am 19. September Premiere im Neuberinhaus. Mit einem vielfältigen Kulturprogramm aus Konzerten, Theateraufführungen, Vorträgen, Tagungen und Bällen hat es die Kulturlandschaft bis 1945 geprägt. Im zweiten Weltkrieg wurde das Haus durch einen Bombenangriff zerstört und nach dem Krieg als Reichenbacher Hof wiederaufgebaut. Am 18. September 1949 wurde es dann schließlich unter dem Namen Neuberinhaus wiedereröffnet. Durch einen großen Umbau Anfang der 80er Jahre wurde das Haus auf technisch aktuellen Stand gebracht. Der Große Saal erhielt sein heutiges Erscheinungsbild. Seither wird es technisch immer wieder modernisiert und ist als Spielstätte für zahlreiche kulturelle Ereignisse bekannt. Seit 1996 ist es Teil der Vogtland Kultur GmbH.
Zur Eröffnungsfeier am 1. September hat Neuberinhaus und Kunsthalle besondere Gäste eingeladen. „Neben dem Jugend- und Kinderballett kess und dem Brachland Ensemble haben sich Kaiser und Neuberin angemeldet und werden die Eröffnungsveranstaltung begleiten.“, weiß Severin Zähringer, Leiter des Neuberinhauses. Mit dem Brachland Ensemble wurde für Reichenbach ein besonderes Eröffnungsprogramm erarbeitet. „Ich habe das auf der Jahreskonferenz des Bundesverbandes für Soziokultur gesehen und fand das sehr beeindruckend.“, erinnert sich Zähringer. Mit einem Blick aus der Zukunft wird das Ensemble auf das Heute schauen und gemeinsam mit den Besuchern über die Zukunft sprechen.
Mit dem Projekt „Vom Kaiser zur Prinzipalin / Die Geschichte eines Kulturhauses“ legt das Neuberinhaus seinen Grundstein für die soziokulturelle Entwicklung. Gefördert wird dieses Projekt durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und unterstützt durch Wohnungsbaugesellschaft Reichenbach, Wirtschaftsvereinigung Nördliches Vogtland und die Stadtwerke Reichenbach. Das vielfältige Programm des Projektes zieht sich durch den gesamten September und erreicht am letzten September mit den Theaterfestspielen seinen Höhepunkt.
Der Eintritt zur Eröffnung am 1. September 2023, 19 Uhr ist kostenfrei. Die Kunsthalle Vogtland freut sich jedoch über Spenden.
Quelle und Foto: Neuberinhaus Reichenbach

25 August 2023

„The Sweet“ in Reichenbach: Andrew Scott mit Band im Neuberinhaus

Westsachsen/Reichenbach.-
Am Samstag, den 2. September 2023, 20 Uhr gibt es ein echtes Novum im Neuberinhaus zu sehen. „Wir werden im Parkett eine der ersten reinen Stehplatz-Veranstaltungen durchführen, also richtiges Konzertfeeling.“, blickt Phillip Meister, technischer Leiter des Neuberinhauses voraus. Die Sitzplätze im Rang sind seit Wochen ausverkauft und auch bei den Stehplätzen gibt es nur noch wenige. Die berühmten Glam-Rock Band „The Sweet“ hat mehr als 30 Millionen Platten verkauft und sind mit ihrer „The Final Round“-Tour auch zu Gast in Reichenbach.
Sweet bietet viel mehr als nur Glam Rock, ihre Musik ist zeitlos und vielseitig. Vom reinen Pop bis Heavy Metal, von Liedern wie Little Willy mit nur drei Akkorden bis hin zu komplexen Arrangements wie Love Is Like Oxygen.
1970 war ein wichtiges Jahr, Sweet mit Andy Scott, Steve Priest, Mick Tucker und Brian Connolly trafen auf die Songwriter Nicky Chinn und Mike Chapman und Plattenproduzent Phil Wainmann. Diese fünfjährige Partnerschaft brachte zwölf Top-Twenty Hits hervor, darunter auch eine Nummer eins. Die Medien meinten daraufhin, dass die Band eine Retortenband sei. Die hartgesottenen Fans wussten es besser. Auf den B Seiten der Hits fand man eigene Heavy Rock Kompositionen. Die Live-Auftritte waren sensationell, was nicht nur an der Musik lag. Mitglieder der Band wurden in Belgien wegen eines obszönen Bühnenauftrittes festgenommen. Das alles hat ihr Image nur gefördert.
US-Hits waren unter anderen Ballroom Blitz, der später im Film "Wayne's World" zu hören war, Fox On The Run, eine Nummer zwei, Action später ein Hit für Def Leppard und Love Is Like Oxygen auf Nummer fünf. Ihr Album Desolation Boulevard bekam Gold. Love Is Like Oxygen war seit drei Jahren wieder der erste weltweite Hit für Sweet. Das Lied, vom Gitarristen Andy Scott geschrieben, wurde mit zwei Novello Awards ausgezeichnet. Im Januar 1979 passierte etwas Unglaubliches: Sänger Brian Connolly verlies die Band. Das übrig gebliebene Trio machte weiter wie eine dreiteilige Sitzgarnitur, wie sie einmal beschrieben wurden, aber trotz einiger Hits in Europa und drei weiteren Alben, war nach einer letzten Tour in Großbritannien im Jahre 1981 alles vorbei.
Die Band hatte 9 Titel auf Nummer eins in Deutschland, während der 70er Jahre und steht jetzt kurz vor dem zehnten Erfolg. Do It All Over Again, die erste Single vom neuen Album Sweetlife, welches nun endlich auch in Deutschland erhältlich ist.
Im Jahr 2017 produziert Andy Scott zusammen mit Suzi Quattro und Slade-Drummer Don Powell ein vielbeachtetes Album unter den Namen Q.S.P und gehen 2018 auf ausgedehnte Australien-Tour.
Seit Jahrzehnten performt nun Andy Scott schon die Bühnen weltweit. Fast alle Shows in den letzten Jahren waren ausverkauft. Tickets für „The Sweet“ im Neuberinhaus sind bei eventim, auf www.neuberinhaus.de, sowie in der Kultur-Information auf dem Markt Reichenbach im Vogtland dienstags bis donnerstags und freitags im Neuberinhaus erhältlich.
Quelle und Foto: Neuberinhaus Reichenbach

Stiftung Frauenkirche: Dankgottesdienst für die „Rufer aus Dresden“

Westsachsen/Dresden.-
Ohne sie gäbe es die wiedererrichtete Frauenkirche nicht: Eberhard Burger und Ludwig Güttler (Foto v.l.). Aus Anlass ihrer 80. Geburtstage würdigt die Stiftung Frauenkirche Dresden in einem Dankgottesdienst am kommenden Samstag das Wirken beider Persönlichkeiten. Es predigt Altbischof Bohl.
Am 13. Juni feierte Prof. Ludwig Güttler seinen 80. Geburtstag, am 26. Juli Dr.-Ing. E.h. Dr. h.c. Eberhard Burger. Sowohl der Musiker als auch der ehemalige Baudirektor gelten als die prägenden Persönlichkeiten im Prozess des Wiedererstehens der Dresden Frauenkirche. Die Stiftung Frauenkirche Dresden lädt aus diesem Anlass zu einem Dankgottesdienst in die Unterkirche der Frauenkirche ein. Er findet am Samstag, dem 26. August, 18 Uhr statt.
»Dr. Eberhard Burger und Prof. Ludwig Güttler sind als Wieder-Erbauer auf ihre je ganz eigene Weise Gesichter und Botschafter nicht nur der Frauenkirche, sondern Dresdens und Sachsens geworden. Der eine baute mit Tönen, der andere mit Steinen. Beide wurden dabei inspiriert und getragen von Glaube und Geduld« erklärt Joachim Hoof, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Frauenkirche Dresden. Ihr Wirken habe eine Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft geschlagen. »Eberhard Burger und Ludwig Güttler haben das bauliche und inhaltliche Fundament der wiederaufgebauten Frauenkirche und unserer Stiftung mit gelegt. Dafür kann ich nicht genügend Dank sagen. Generationen werden daraus Inspiration ziehen.«
Die Predigt im Gottesdienst hält Altbischof Jochen Bohl, von 2004 bis 2015 Vorsitzender des Stiftungskuratoriums und seit 2018 Vorstandsmitglied der Fördergesellschaft der Frauenkirche. Die Liturgie gestaltet Frauenkirchenpfarrer Markus Engelhardt. Die musikalische Rahmung obliegt Helmut Fuchs (Trompete) und Prof. Thomas Lennartz (Klavier). Barbara Klepsch, Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus, Annekatrin Klepsch, Beigeordnete für Kultur, Wissenschaft und Tourismus der Landeshauptstadt Dresden und Joachim Hoof, Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung Frauenkirche Dresden, sprechen Grußworte.
Der Gottesdienst steht allen Interessierten offen. Einlass ist ab 17.30 Uhr über Eingang F.
Quelle: Frauenkirche Dresden
Foto: Jörg Such

22 August 2023

Sonderausstellung: „Ludwig Tieck und die musikalische Romantik“

Westsachsen/Zwickau.-
Die neue Sonderausstellung im Robert-Schumann-Haus Zwickau widmet sich dem Dichter Ludwig Tieck, der vor 250 Jahren geboren wurde. Mit Dramen wie „Der gestiefelte Kater“ begründete Tieck das Konzept der romantischen Ironie und wurde zu einem der Hauptvertreter der Romantischen Schule (eine Begriffsprägung von Heinrich Heine 1836). Er ist befreundet mit den Brüdern Schlegel wie mit Novalis – sie alle inspirieren eine neue Generation von Komponisten: Die literarische Frühromantik wird zum Wegbereiter der musikalischen Romantik, zu deren Führungsfigur Robert Schumann avancierte. In Tiecks Romanen, Novellen und ästhetischen Schriften wird die Instrumentalmusik zur höchsten Kunstform erhoben: Sie allein kann das „unaussprechliche Verlangen, das nirgend Erfüllung findet“, zum Ausdruck bringen.
Schumann basierte seine große Oper „Genoveva“ auf ein Drama von Tieck. Er rezensierte Werke wie Mendelssohns Ouvertüre zu Tiecks „Märchen von der schönen Melusine“ oder Vertonungen aus Tiecks „Magelone“ und setzte damit selbst neue ästhetische Maßstäbe. Die Ausstellung zeigt frühromantische Literatur aus Schumanns Besitz, sie verfolgt die Entstehung der Oper „Genoveva“ am handschriftlichen Entwurf und den Textvorlagen, sie präsentiert Originalhandschriften und Notendrucke sowie Zeitschriftenveröffentlichungen und literarische Aufzeichnungen Robert Schumanns. Die Ausstellung ist zu sehen bis 5. November.
Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

20 August 2023

Bis Ende September möglich: Bewerbung für den Umweltpreis 2023

Westsachsen/Zwickau.-
Die Stadt sucht Projekte mit Vorbildcharakter, die vorhandenen Grünbestand sichern und erweitern. Wer „einen grünen Daumen“ hat und beispielsweise neue Grünflächen anlegt und Bäume pflanzt, Grünanlagen in Baumaßnahmen integriert oder Bäume im öffentlichen Raum pflegt, darf sich gern bewerben – für den Umweltpreis 2023 Zwickau. Diesen lobt die Stadt in Würdigung für das besondere Engagement zum Schutz der Umwelt zum zweiten Mal aus. Start dafür war im April 2023.
Unter dem Motto „Bäume im Fokus“ werden diesmal konkrete Maßnahmen oder Projekte gesucht, die freiwillig und ohne Verpflichtung nachhaltig den vorhandenen Baumbestand in der Stadt Zwickau sichern, verbessern oder erweitern. Möglichkeiten dafür gibt es viele, u.a. im Bereich Garten- und Landschaftsbau, Gartenarchitektur oder -gestaltung, bei der Umsetzung von Neubau- oder Sanierungsmaßnahmen usw.. Beschränkt werden muss sich auch nicht „nur“ auf Bäume: Alles was dazu beiträgt, dass Zwickau eine Stadt mit viel natürlichem Grün bleibt und den vorhandenen Grünbestand erweitert, kann als Wettbewerbsbeitrag eingereicht werden, so bspw. auch nachahmungswürdige Freiflächengestaltungen, Dach- oder Fassadenbegrünungen oder begrünte Baumscheiben.
Die Beiträge sollen das Bewusstsein dafür schärfen, wie wichtig ein gesundes, naturnahes Lebensumfeld für alle ist und welchen herausragenden Anteil daran Gehölze und Grünflächen gerade in der Stadt haben. Auch sollen sie möglichst zeigen, dass die Durchführung von Baumaßnahmen, Leben und Arbeiten zusammen mit einem vielfältigen Grün möglich sind. Für diejenigen, die sich hier schon immer oder auch erstmalig engagiert haben, soll eine Prämierung eine Anerkennung und Würdigung sein, für alle anderen ein Ansporn, es ihnen gleich zu tun.
Teilnehmen können alle in der Stadt wohnenden und arbeitenden Einzelpersonen, Personenzusammenschlüsse, Vereine, Bürgerinitiativen, Firmen/Unternehmen, Institutionen, Kirchgemeinden, Jugendeinrichtungen, Schulklassen und Kitas. Das Projekt sollte in Form einer Präsentationsmappe eingereicht werden. Gewünscht wird eine Beschreibung des Projektes, einigen Angaben zu dessen Nachhaltigkeit incl. einem Hinweis zur Nachahmung. Wenn möglich, können gern auch Bilder/Fotos hinzugefügt werden. Der Inhalt der Mappe sollte jedoch einen Umfang von max. 5 DIN A4-Seiten (incl. Bilder) nicht überschreiten. Nicht zu vergessen sind Kontaktangaben, wie Ansprechpartner/Name, Anschrift und Telefonnummer (siehe Hinweise zum Datenschutz unter www.zwickau.de/datenschutz).
Die kompletten Unterlagen können unter dem Stichwort „Umweltpreis“ entweder per E-Mail an umwelt@zwickau.de oder auf dem Postweg an die Stadtverwaltung Zwickau, Umweltbüro, Werdauer Straße 62, 08056 Zwickau gesendet werden. Eingereicht werden können Projekte noch bis einschließlich Samstag, 30. September 2023.
Quelle und Fotos: Stadtverwaltung Zwickau

17 August 2023

Disziplinarklage wegen Forderung: „GEZ abschaffen, Slomka entsorgen!“

Westsachsen/Dresden.- Mit Klageschrift vom 30. Juli 2023 hat das Sächsische Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung Disziplinarklage gegen den Richter am Amtsgericht Jens Maier (Foto) zum Dienstgericht für Richter bei dem Landgericht Leipzig (Foto unten) erhoben. Dem Richter wird die schuldhafte Verletzung von Dienstpflichten in seinem früheren Richteramt bei dem Landgericht Dresden vorgeworfen, bevor dieses nach Annahme der Wahl zum Abgeordneten des Deutschen Bundestages ab dem 24. Oktober 2017 geruht hat.
Justizministerin Katja Meier: »Auf Grundlage der Ermittlungen des Landgerichts Dresden habe ich Disziplinarklage gegen den Richter am Amtsgericht Jens Maier vor dem Richterdienstgericht erhoben. Das durch das Landgericht Dresden am 14. März 2022 eröffnete Disziplinarverfahren tritt damit in die nächste Stufe. Ich habe immer gesagt, dass wir alle rechtlich zulässigen Möglichkeiten ausschöpfen, um die sächsische Justiz vor Verfassungsfeinden in den eigenen Reihen zu schützen. Darüber hinaus gilt es aber auch den Rechtsrahmen weiter so zu ertüchtigen, dass die Instrumente zum Schutz unseres Rechtstaates effektiv zum Einsatz kommen können.
Hierzu habe ich schon Ende 2022 Vorschläge zur Verbesserung der rechtlichen Instrumente zum Schutz des öffentlichen Dienstes gegen Verfassungsfeinde vorgelegt. Ich freue mich, dass mein Maßnahmenkatalog zum Schutz vor Verfassungsfeinden im Staatsdienst auf Bundes- und Landesebene so viel Unterstützung erfährt und bereits wesentliche Teile erfolgreich umgesetzt werden. Das konsequente Eintreten gegen Verfassungsfeinde in unseren rechtsstaatlichen Institutionen und der Einsatz für effektivere rechtliche Mittel zu diesem Zweck sind für mich notwendige Bedingungen, um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Rechtsstaat zu erhalten und zu stärken.«
Dem Richter wird mit der Disziplinarklage vorgeworfen, über die rechtsextremistischen Gewalttaten des zu dieser Zeit bereits rechtskräftig verurteilten Terroristen Anders Breivik am 19. April 2017 öffentlich geäußert zu haben, dieser sei »aus Verzweiflung zum Massenmörder geworden« und in diesem Zusammenhang die Frage aufgeworfen zu haben, ob nicht der »um sich greifende« Multikulturalismus und die »Vermischung« der Kulturen innerhalb westlicher Gesellschaften durch die Einwanderung von »Kulturfremden« zum »Wahnsinnigwerden« sei. Richterinnen und Richter haben sich durch ihr gesamtes Verhalten zu der freiheitlichen demokratischen Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes zu bekennen und für deren Erhaltung einzutreten. Sie haben sich zudem innerhalb und außerhalb ihres Amtes, auch bei politischer Betätigung, so zu verhalten, dass das Vertrauen in ihre Unabhängigkeit nicht gefährdet wird, und unterliegen der Pflicht zu achtungs- und vertrauenswürdigem Verhalten.
Auch der weitere Vorwurf, der Richter habe auf seiner eigens zu Wahlkampfzwecken eingerichteten Facebook-Seite einen Eintrag über die Journalistin Marietta Slomka nach der ZDF-Wahlsendung vom 5. September 2017 zu verantworten, der lautete: »GEZ ABSCHAFFEN, SLOMKA ENTSORGEN!«, stellt sich nach der Auffassung der Dienstvorgesetzten des Richters als Verstoß gegen die Pflichten zur politischen Mäßigung und zu achtungs- und vertrauenswürdigem Verhalten dar.
Der Präsident des Landgerichts Dresden, vertreten durch die Vizepräsidentin, hatte am 14. März 2022 mitgeteilt, ein Disziplinarverfahren gegen Jens Maier eingeleitet zu haben, nachdem dieser durch das SMJusDEG an diesem Tag dem Amtsgericht Dippoldiswalde als Richter zugewiesen worden war, um den gesetzlichen Rückkehranspruch aus dem Abgeordnetengesetz zu erfüllen. Nach Abschluss der Ermittlungen wurde das Disziplinarverfahren dem SMJusDEG zur Entscheidung über die Erhebung der Disziplinarklage vorgelegt.
Weitere Äußerungen des Richters, die in die Zeit der Ausübung des Abgeordnetenmandates im Deutschen Bundestag fielen, sind nicht Gegenstand der Disziplinarklage. Soweit auch auf Grund dieser Äußerungen die Versetzung des Richters in den Ruhestand beantragt wurde, hat der Richter gegen das Urteil des Dienstgerichts für Richter bei dem Landgericht Leipzig vom 1. Dezember 2022, mit dem seine Versetzung in den Ruhestand für zulässig erklärt worden ist, das Rechtsmittel der Revision eingelegt. Das Dienstgericht des Bundes beim Bundesgerichtshof hat mitgeteilt, am 5. Oktober 2023 über die Revision des Richters gegen das Urteil des Landgerichts Leipzig – Dienstgericht für Richter – vom 1. Dezember 2022 zu verhandeln. Wann über die nunmehr erhobene Disziplinarklage entschieden wird, ist noch nicht bekannt.
Quelle: Sächsisches Staatsministerium der Justiz
Fotos: PR Jens Maier / Olaf Thalwitzer

Pech gehabt: Auto Schrott, Schadenersatzklage verjährt

Westsachsen/Dresden.-
Der 13. Zivilsenat des Oberlandesgerichts hat am 16. August 2023 das Berufungsurteil im sog. »Lamborghini-Fall« verkündet. Danach muss der Beklagte für die Folgen eines von ihm am 2. Oktober 2018 verursachten Unfalls nicht einstehen.
Das klagende Autohaus hat als Eigentümerin vom Beklagten Schadensersatz verlangt, weil dieser als Fahrer ihrem mehr als 150.000 Euro teuren Lamborghini einen wirtschaftlichen Totalschaden zugefügt hatte. Der Beklagte, der die halbstündige Fahrt mit dem Luxusauto von seiner Ehefrau als Geschenk erhalten hatte, war der Auffassung, nicht er sei schuld daran, dass er die Kontrolle über das Fahrzeug verloren und dabei zwei Bäume entwurzelt und einen dritten frontal angefahren habe. Vielmehr habe der ihn begleitende Mitarbeiter eines Subunternehmers der Klägerin den Sportmodus ein- und nicht wieder ausgeschaltet (vgl. MI 26/2023).
Das Landgericht hat die Klage abgewiesen, weil nicht davon auszugehen sei, dass der Beklagte den Unfall vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht habe. Die hiergegen gerichtete Berufung der Klägerin hat der Senat nunmehr zurückgewiesen. Ein etwaiger Anspruch der Klägerin sei jedenfalls verjährt. Der Vertrag, den der Beklagte über die Nutzung des Fahrzeugs geschlossen hat, stellt nach Auffassung des Senats einen Mietvertrag dar. Für Schadensersatzansprüche wegen Beschädigung einer Mietsache gilt eine kurze Verjährungsfrist von sechs Monaten, die mit der Rückgabe der Mietsache beginnt (§ 548 BGB). Diese Frist sei bei Klageerhebung im Dezember 2020 abgelaufen gewesen.
Quelle: Oberlandesgericht Dresden
Foto: Symbolbild

Pflegeschnitt in luftiger Höhe: Baumkletterer im Einsatz

Westsachsen/Zwickau.-
Bäume machen Städte grün, sind echte Multitalente und sorgen für mehr Aufenthaltsqualität. Immer dort, wo der Lebensraum von Menschen und Bäumen zusammentrifft, ist eine regelmäßige Pflege der Bäume unerlässlich. Hierzu gehören vor allem Schnittarbeiten, insbesondere bei Bäumen an Straßen und Gehwegen, auf Plätzen und in Parkanlagen.
Baum-Kletterer
Je nach Baumart und -standort können Einzelexemplare allerdings auch so hoch hinauswachsen oder sehr ungünstig stehen, dass eine Pflege mit herkömmlicher Technik nicht mehr möglich ist. Dann müssen Baumkletterer für die Pflegearbeiten beauftragt werden. Mit den Kletterkünsten aus Kindertagen haben diese aber nichts zu tun. Vielmehr handelt es sich um professionelle Baumkletterer, die oftmals ausgebildete Forstwirte oder Gärtner sind und sich zusätzlich in der Seilklettertechnik qualifiziert haben. Erst diese schafft die Voraussetzung, sich in größeren, sehr ausladenden Bäumen ungehindert und völlig flexibel im Baum bewegen und die Pflege mittels Hand- oder Motorsägen vornehmen zu können. Durch zusätzlich erworbenes, tiefergehendes Fachwissen können Baumkletterer u.a. auch Gutachten erstellen und die Stabilität eines Baumes beurteilen.
Baum-Pflege
Im März stellte das Garten- und Friedhofsamt nach Hinweisen aus dem Kleingartenverein fest, dass ein Spitzahorn und eine Roteiche in der Kleingartenanlage „Plantschwiese“ in Pölbitz dringend „frisiert“ werden müssen. Eigentlich kein Problem, aber die Bäume stehen an einer schwer zugänglichen Stelle. Also mussten kurzerhand Baumkletterer geordert werden. Aufgrund der großen Nachfrage kam erst Anfang dieser Woche kurzfristig ein Termin zustande. Heute war es soweit, Jonas Weiser und Michael Kosok, zwei Baumkletterer einer Leipziger Firma, waren pünktlich 9 Uhr zur Stelle. Zunächst checkten die beiden die ca. 100 bis 150-jährigen Prachtexemplare und suchten für das Einschießen ihres Seils nach einer geeigneten Stelle im Baum. Danach legten sie ihre Klettergurte an, machten einen letzten Sicherheitscheck und seilten sich dann in die Baumkrone. Dank der hervorragenden Seilklettertechnik kamen sie nahezu an jeden Ast, entfernten Totholz und verpassten den Baumkronen einen „Gesund-Schnitt“. Dass man bei derart Arbeiten schwindelfrei sein und über eine körperliche Fitness verfügen muss, versteht sich von selbst. Nach dem Abarbeiten beider Bäume wurde abschließend auch der Gesamtzustand der Bäume und deren Standfestigkeit überprüft, denn Bäume können auch krank, morsch und brüchig und damit zur Gefahr werden. Ist das der Fall, können Baumkletterer auch geschädigte Bereiche „therapieren“, schadhaftes Holz entfernen oder schlimmstenfalls den Baum fällen. Derart Maßnahmen waren heute aber nicht notwendig – beide Bäume sind kerngesund.
Baum-Kontrollen
Bäume werden im Zwickauer Stadtgebiet regelmäßig kontrolliert. Wie und wann Kontrollen zu erfolgen haben, geben technische Regelwerke vor. Dabei spielt der Standort eines Baumes eine wichtige Rolle. Straßenbäume müssen beispielsweise aller 2 Jahre kontrolliert werden, Bäume in einer wenig begangenen Grünfläche eher seltener. Natürlich gibt es auch Sonderkontrollen, z.B. nach Starkwetterereignissen, wie Sturm oder Eisregen. Schadhafte und kranke Bäume müssen sich außerdem einer tiefergehenden Untersuchung durch erfahrene Kontrolleure unterziehen, bei der auch spezielle Geräte und Werkzeuge oder Hubsteiger zum Einsatz kommen können.
Die Grundlage für die Baumkontrollen bildet ein Baum-Kataster, in dem alle städtischen Bäume erfasst sind. Kontrolliert werden die Bäume von speziell ausgebildeten Mitarbeitern des Garten- und Friedhofsamtes. Sie prüfen zunächst den Stammfuß des Baums und dessen Umgebung, anschließend den kompletten Stamm und die Baumkrone. Auffälligkeiten wie Fäule, Pilzfruchtkörper, Krankheiten, tote Äste oder Wuchsanomalien werden erfasst, Pflegemaßnahmen in einem Lageplan dargestellt und in einem Verzeichnis genau beschrieben. Bei jüngeren Bäumen wird der Entwicklungsstand geprüft und der Umfang des Aufbau- und Erziehungsschnittes festgelegt.
Baum-Krankheiten
Neben der Rußrindenkrankheit machen den Zwickau Stadtbäumen hin und wieder verschiedene Schaderreger zu schaffen. Hierzu gehören u.a. Pilze, Bakterien, Blattlausarten, die Kastanienminiermotte und der Borkenkäfer. Die durch Hitze und Trockenstress beeinträchtigten Gehölze sind inzwischen weitaus anfälliger gegenüber Schaderregern. Ein Befall beeinträchtigt die Vitalität des Baums und kann zum Absterben von Teilbereichen, aber auch ganzer Bäume führen. Derzeit wird beispielsweise die für warme, trockene Stadträume gut geeignete Platane vermehrt von einer Pilzerkrankung namens Massaria geschädigt und das Bakterium Pseudomonas führt zum schnellen Absterben von Kastanienbäumen.
Um die Ausbreitung vorgenannter Krankheiten einzudämmen, ist es am effektivsten, die Standortbedingungen der Bäume zu optimieren, befallene Pflanzenteile (einschließlich Rückschnitt) zu entfernen und Fällung vorzunehmen. Einigen sind vielleicht die markanten Baumstämme entlang des Tuchmacherdamms bekannt. Die einst recht großen Robinien mussten aus Gründen der Verkehrssicherheit (bruchgefährdet, Pilzbefall) gefällt werden. Komplett entfernt wurden die Bäume nicht, sondern (bewusst) sogenannte Hochstubben stehengelassen. Diese bieten Fledermäusen, Vögeln und verschiedenen Käferarten heute ein sicheres Quartier.
Übrigens: Anfallender Rückschnitt und gefällte Bäume werden immer zur Aufbereitung für weitere Nutzungen dem zentralen Holzplatz an der Karl-Keil-Straße zugeführt. Feines Astwerk und Holzreste werden gehäckselt und dienen auf bepflanzten städtischen Flächen als Bodenabdeckung oder als Brennstoff zur Energiegewinnung.
Baum-Unikate
Der überwiegende Teil Zwickauer Bäume gedeiht aber recht gut, einige haben sogar ein stolzes Alter, wie die Hutungseichen hinter dem Planitzer Bad. Sie sind mit ihren ca. 300 Jahren die vermutlich ältesten Bäume in Zwickau, gefolgt von einzelnen, sehr alten Lindenbäumen in der Pöhlauer Straße, am Muldendamm und im Bereich Neue Welt. Eine starke Schwarzpappel im Schwanenteichpark zwischen Crataegusdamm und Humboldtstraße ist der vielleicht mächtigster Baum. Von der gegenüberliegenden Uferseite ist das besonders gut zu sehen. Die Baumkrone überragt - trotz einer vor Jahren vorgenommenen Einkürzung - alle anderen Bäume im Park. Sehr auffällig sind auch zwei alte Stieleichen, die aus der Befestigungsmauer an der Cainsdorfer Straße (Höhe Friedhof) wachsen. Der Schlosspark Planitz wiederum hat einige schöne Exemplare frei entwickelter Bäume vorzuweisen, beispielsweise eine Hängebuche, Krimlinden und Ahornbäume. Und in Teilabschnitten des Dr.-Friedrichs-Rings stehen einige große Exemplare von Rosskastanien – möglicherweise mit Potential für zukünftige Einsätze der Baumkletterer in Zwickau.
Quelle und Fotos: Stadtverwaltung Zwickau

16 August 2023

Sachsen Classic: Rollendes Oldtimermuseum startet morgen

Westsachsen/Zwickau.-
Auch in diesem Jahr startet das rollende Oldtimermuseum der Sachsen Classic wieder von Zwickau aus. Pünktlich um 12.01 Uhr gehen am morgigen Donnerstag die 180 Fahrzeuge auf ihre erste Etappe. Diese führt sie vom Hauptmarkt nach Mülsen, Meerane und Glauchau. Über den Sachsenring und die Arena E in Mülsen geht es wieder in die Automobil- und Robert-Schumann-Stadt. Dort werden die ersten Oldtimer ab etwa 15.30 Uhr zurückerwartet.
Die sehenswerten Fahrzeuge, beispielsweise der Marken Wanderer, Rolls Royce, Audi, DKW, Porsche oder Volkswagen, können dann nochmals am Freitagmorgen bestaunt werden. Ab 8.01 Uhr gehen sie auf Ihre Reise nach Dresden, die sie über Schwarzenberg, Annaberg, Olbernhau und Sayda führt. Am Samstag führt die Strecke schließlich von Dresden nach Pirna, Bad Schandau, Krásna Lipna, Löbau, Bischofswerda und zurück in die Landeshauptstadt.
Morgen fahren zudem historische Motorräder die Runde um Zwickau. Deren Start ist bereits um 11 Uhr auf dem Hauptmarkt.
Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

15 August 2023

Wertlose Gemälde: Schmierfinken in Westsachsen unterwegs

Westsachsen/Zwickau/Glauchau.-
Schmierfinken haben sich erneut am Zwickauer Rathaus zu schaffen gemacht. Wie die Polizei mitteilt, malten Unbekannte mit einem schwarzen Stift zwei Hakenkreuze an die Wand. Außerdem weitere Schriftzeichen mit verfassungswidriger Bedeutung. In einem Durchgang im Schlossgrabenweg wurden Schmierereien entdeckt, die inzwischen beseitigt wurden.
Die Polizei fragt: Wer hat zwischen Samstagabend 19 Uhr und Sonntagmorgen 9 Uhr Beobachtungen gemacht? Hinweise nimmt die Kriminalpolizei in Zwickau unter der Telefonnummer (0375) 428 4480 entgegen.
Auch in Meerane wurden am Wochenende Graffiti gesichtet. Laut Polizei zogen Unbekannte über den Merlacher Weg bis hin zur thüringischen Grenze. Dabei beschmierten sie eine Trafostation, einen Briefkasten und ein Geländer. Der Sachschaden liegt bei rund 1.500 Euro. Hinweise dazu nimmt das Polizeirevier in Glauchau unter der Telefonnummer (03763) 640 entgegen.
Quelle: PD Zwickau
Foto: Symbolbild