26 Juli 2023

Markus in Bad Elster: Ich will Spaß! - Die 80er Show

Westsachsen/Bad Elster.-
Achtung, Partyalarm! Mit dieser 80er-NDW-Liveshow lädt das NaturTheater zum großen Sommerevent für alle Generationen. Unsterbliche Hits wie »Ich will Spaß«, »Kleine Taschenlampe brenn«, »Der Kommissar«, »Computerliebe«, »Goldener Reiter«, »Knutschfleck«, »Major Tom«, »Bruttosozialprodukt« oder »Sommersprossen« prägten die Neue Deutsche Welle. NDW-Star Markus Mörl und seine prominenten Gäste lassen diese glorreiche Zeit in dieser Liveshow im neuem Glanz erstrahlen.
Neben den Kultstars Markus, Geiersturzflug und UKW-Peter Hubert werden »Mr. Dolce Vita« Ryan Paris sowie der Musicalstar Alexander Kerbst aus der »Super Falco Show« ein echtes Hitfeuerwerk in Bad Elster präsentieren. Abgerundet wird die Live-Show mit einem Medley-Streifzug der beliebtesten NDW-Hits, unterhaltsamen Moderationen und Reminiszenzen an die damaligen Trends und jeder Menge Spaß. Wenn dann im NaturTheater der »Sternenhimmel« erscheint und in den Herzen erklingt fühlt man in Bad Elster die »Pure Lust am Leben« – Das wird ein großer Spaß!

24 Juli 2023

Rathaus Zwickau: Historisches Stadtwappen wird überarbeitet

Westsachsen/Zwickau.-
Heute Vormittag wurde auf dem Balkon des Zwickauer Rathauses ein Gerüst aufgebaut. Dieses dient der restauratorischen Untersuchung und Überarbeitung des historischen Stadtwappens, dessen Farbgebung in den zurückliegenden Jahren mehr und mehr nachließ.
Erst wenn die Untersuchungsergebnisse vorliegen, können der Umfang und die Dauer der sich unmittelbar anschließenden Überarbeitung bestimmt werden. Derzeit wird von einem Zeitraum von sechs bis acht Wochen ausgegangen.
Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Hitze und Trockenheit: Zukunftsbäume sollen Klima positiv beeinflussen

Westsachsen/Zwickau.-
Sonne satt und Temperaturen bis zu 35 Grad – das hochsommerliche Wetter lässt auch die Zwickauer kräftig schwitzen. Wer sich an heißen Tagen im Freien aufhält, sollte sich möglichst ein kühles, schattiges Plätzchen suchen – am besten unter einem Baum. Hier trifft die Sonne nur auf die obere Baumkrone. Die Luft im und unter dem Baum bleibt Dank der Verdunstung von Wasser an der Blattoberfläche und der dicken, luftigen Baumkrone stets gekühlt. Der Schatten der Bäume hilft außerdem, die Hitze in Städten zu reduzieren.
Baumschutz und klimaangepasste Neupflanzungen gewinnen an Bedeutung
Auf den kommunalen Flächen (außer Waldpark) und Straßen in Zwickau unterhält die Stadt insgesamt 24.445 Laubbäume (Quelle: Baumkataster, Stand 2023). Im Wesentlichen bilden die reinen Arten Winterlinde, Spitzahorn, Gemeine Esche und Stieleiche sowie deren verschiedene Sorten den Hauptanteil an Stadtbäumen in Zwickau. Damit stellen nur 4 Gattungen fast die Hälfte aller Bäume in Zwickau dar. Neben den stark vertretenen typischen Straßenbaumarten wachsen aber auch Maulbeere, Tulpen-, Lederhülsen-, Kork- und Schnurbaum sowie andere seltenere Baumarten in 32 Arten- und Sortengruppen im Stadtgebiet.
Heiße Sommer schwächen einheimische Bäume
Bisher nur wenig verwendete klimaangepasste Baumarten sollen in Zukunft stärker das Ortsbild prägen, da einige heimische Baumarten häufiger Probleme mit den sich ändernden klimatischen Bedingungen zeigen. Seit den letzten Jahren tauchen verstärkt neue Krankheiten mit erwähnenswertem Schadpotential auf. Gerade der Bergahorn ist zunehmend von der Rußrindenkrankheit betroffen, die auch für Menschen gefährlich werden kann. Die zunehmend heißen Sommer mit langen Trockenzeiten begünstigen die Infektion, welche durch einen Pilz ausgelöst wird und zum Absterben des Baumes führt. Erste Krankheitszeichen sind welke Kronenteile sowie Schleimflussflecken am Stamm. Unter der Rindenoberfläche reifen Pilzsporen heran, welche im späteren Krankheitsverlauf an Rindenrissen und unter der abblätternden Rinde als schwarze Pilzsporen zum Vorschein kommen. Der Stamm sieht aus, als wäre er mit Ruß überzogen. Im letzten Infektionsstadium ist sogar für den Menschen Vorsicht geboten! Die Sporen verursachen schwere Atemwegsprobleme und befallene Bäume müssen von Fachleuten mit entsprechender Schutzausrüstung entfernt werden.
Baumbestand schützen – Zukunftsbäume pflanzen
Derartige Entwicklungen können auf Grund des Klimawandels durchaus weiter an Bedeutung gewinnen und müssen sensibel registriert werden. Unabdingbar für eine dauerhafte Durchgrünung unserer Stadt ist daher eine Risikostreuung durch die Pflanzung zukunftsfähiger Baumarten. Aber auch der Schutz und die Pflege vorhandener Altbäume muss höchste Priorität erhalten, denn mit jedem verloren gegangenen Altbaum müssten laut Prof. Dr. Roloff von der TU Dresden 400 Jungbäume gepflanzt werden, um diesen Verlust annähernd auszugleichen (Quelle: PRO BAUM, Ausgabe 2/2023, Seite 26, Titel: Andreas Roloff: Ein Altbaum erbringt Umweltleistung von 400 Jungbäumen).
Die nach der Gehölzschutzsatzung der Stadt Zwickau angeordneten Ersatzpflanzungen sind hiervon noch weit entfernt. Jährlich werden durchschnittlich 1371 Gehölzfällungen genehmigt (städtisch und privat). Das betrifft Laubbäume und Sträucher. Grundsätzlich gilt laut § 9 GehölzSchS pro angefangene 50 cm Stammumfang des zu fällenden Baumes einen Baum mit einem Stammumfang von mind. 14-16 cm als gleichwertige Neupflanzung anzusehen. In einigen Fällen gibt es allerdings einen gewissen Ermessenspielraum, u.a. wenn angezeigt wird, dass der zu fällende Baum absterbend ist. Im Durchschnitt werden 2513 Ersatzpflanzungen pro Jahr angeordnet, davon ca. 665 Laubbäume. Beim Rest handelt es sich um Sträucher.
Wer eigene Grünflächen mit einem oder mehreren Bäumen aufwerten möchte, sollte sich für klimaangepasste Baumarten entscheiden. Das Umweltbüro startete hierzu bereits im Mai eine Informationsreihe, über die auch Hobbygärtnern und Grundstücksbesitzern die Pflanzung von sogenannten Zukunftsbäumen ans Herz gelegt werden. Bis Oktober wird monatlich eine Baumart vorgestellt, die dem Klimawandel trotzt und auch schon seit einigen Jahren im Zwickauer Stadtbild vorzufinden ist. Nach dem Feldahorn (Mai) und der Blumenesche (Juni) wird diesmal ein Baum vorgestellt, der „wie am Schnürchen wächst“:
Der Japanische Schnurbaum
Dieser exotische Baum aus dem Fernen Osten erreicht Wuchshöhen von bis zu 30 m. Die unpaarig gefiederten Blätter ähneln denen der Robinie. Seine rispenartigen Blütenstände können bis zu 30 cm lang werden. Nach der Blüte erscheinen die für den Baum namensgebenden Früchte. Die Samen sitzen in länglichen, eingeschnürten Schoten, welche die Schoten wie Perlenschnüre aussehen lassen.
Rinde, Samen und Blätter des Schnurbaums sind, wie bei der Robinie auch, stark giftig. Aufgrund seiner Toxine ist der Schnurbaum allerdings auch recht gut vor Schädlingen geschützt. Schnurbäume sind äußerst robust und unempfindlich gegenüber Trockenheit und Hitze. Ein weiterer Vorteil ist seine Beständigkeit gegen Abgase. Er bevorzugt sonnige und warme Standorte. Im Jungpflanzenstadium ist er allerdings gebietsweise frostgefährdet, danach ist die Baumart aber absolut frosthart.
Quelle und Fotos: Stadtverwaltung Zwickau

Fahrradstreifen in Marienthal: Neuer Radweg stellt Nutzen in Frage

Westsachsen/Zwickau.- Die Arbeiten für den grundhaften Ausbau des Marienthaler Geh- und Radwegs zwischen Erntestraße und Südblick haben begonnen. Der Gehweg befindet sich in einem schlechten baulichen Zustand und konnte auf Grund zu geringer Ausbaubreiten bisher nicht als gemeinsamer Geh- und Radweg genutzt werden.
Der neue Weg wird an gleicher Stelle errichtet, 3 m breit und in Asphaltbauweise ausgeführt. Die Stützwand zum Marienthaler Bach wird mit einem neuen und dem Regelwerk entsprechendem Geländer ausgestattet. Die Bauarbeiten werden unter Vollsperrung ausgeführt.
Der Ausbau wird über das Fördermittelprogramm „Förderung von Straßen- und Brückenbauvorhaben kommunaler Baulastträger (FRL KStB)“ aus Mitteln des Freistaates Sachsen (90%) und Eigenmitteln der Stadt Zwickau finanziert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf gut 190.000 Euro. Die Arbeiten sollen bis Ende September abgeschlossen sein.
Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau
Anmerkung:
Damit ist ab September der Nutzen des Fahrradstreifens auf der Marienthaler Straße zusätzlich in Frage gestellt (WSZ berichtete).

21 Juli 2023

Verfahren eingestellt: Freie Presse scheitert vor Gericht

Westsachsen/Chemnitz/Zwickau.- Vor dem Amtsgericht Chemnitz (Foto) endete heute ein Prozess wegen des Verdachts der Urheberrechtsverletzung gegen die Westsächsische Zeitung (WSZ) mit der Einstellung des Verfahrens, da auch der letzte aufgerufene Zeuge keine verwertbaren Beweise vorlegen konnte. Damit ist die Freie Presse (FP) erneut mit ihrem Versuch gescheitert, unliebsame Konkurrenz aus dem Weg zu schaffen und Themen wie den Sparkassenskandal und die Zwickauer Überklebungsaffäre zu verhindern.
Während des Prozesses wurde außerdem bekannt, dass die Stadt Zwickau bei mindestens einem offiziellen Pressetermin mit Hilfe ihrer Polizeibehörde und in Absprache mit der Redaktion der FP den Zugang von Journalisten der WSZ zum Ort des Geschehens verhindert hat. Damit stellt sich zum wiederholten Mal die Frage, was die Pressefreiheit in dieser Stadt noch wert ist.

15 Juli 2023

Jazz-Tage 2023: „Kind der Elbe“ erlebt Krönung mit Friedensgedanken

Westsachsen/Dresden/Zwickau.- Im Juni 2016 hatte, legendär, ein gesamtdeutscher Posaunenchor gegenüber der Brühlschen Terrasse in Dresden Zeugnis davon abgelegt, was ein Massenchor von 22.000 Bläserinnen und Bläsern und seine Dirigenten zu leisten imstande sind.
George Gershwin, Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven und Wolfgang A. Mozart wurden nun im Juli 2023 an gleicher Stelle in den verschiedensten Genres von einem Starorchester verjazzt. Das Air, die Elise, Sommertime und viele andere Ohrwürmer erklangen. Im warmen Licht der Abendsonne bildete ein Mambophony (Arr. Bruno Böhmer/Holger Fröhlich) mit Beethovens Ode „An die Freude“ aus der 9. Sinfonie und Weltstars seinen Höhepunkt und Abschluss.
Für die Interpretation genügte das Blech nicht. Verstärkung musste her. Die fand man bei Bläserinnen und Bläsern der Sächsischen Posaunenmission e.V. und auch Dresdner Jazz-Gruppen. Etwa 40 wurden gegen 22 Uhr auf die Bühne gebeten. Aus Dresden, Neustadt/Sa., Radeberg, Weistropp und Zwickau kamen die ehrenamtlich Freiwilligen. Das „Tutti“ war ihre Aufgabe, um den Eintrittspreis von 13 Euro moderat zu halten.
Ich bin ein Laienmusiker, Ich habe durch den Dienst im evangelischen Posaunenchor in einem langen Bläserleben wunderbare Erlebnisse gehabt, sehr viele. Aber das könnte die Krönung gewesen sein, die Idee der Ode mit dem Friedensgedanken „in die Welt geblasen“ zu haben. Mit dem Choral tat ich das tausendfach. Furchtbar sind doch die Auseinandersetzungen in Afrika und der Ukraine. Und wir sitzen im Wohlstands-Frieden.
Die EU-Hymne wirkte. Das Publikum, 2.500 Menschen etwa, tobte und veranlasste den Dirigenten, den 2. Teil der Ode im Mambo-Stil noch einmal vorzutragen. Der hatte mit der Probe am späten Nachmittag keine Not, die Bläser waren durch Versenden der Noten per Email und Selbststudium in Allem bestens vorbereitet. Querflöten und Saxophone wirkten auch mit.
Die begeisternde Musik ergänzten immer wieder die sich durch wechselndes Tageslicht wandelnden Bilder der wunderbaren Skyline Dresdens mit den historischen Raddampfern, die wegen Wasserknappheit in der Elbe bald wieder nicht mehr fahren können. Die und das weiche Pfeifen der Dampfer, ganz anders als die der Dampfloks, können ja auch Musik sein. Ich bin ein „Kind der Elbe“ und liebe dieses mehrstimmige Signal.
23 Uhr fuhr ich nach Hause, mit dem weit über Sachsen hinaus bekannten Kantor Matthias Grummet (Foto links) glücklich, mit viel Musik im Ohr und dem Gedanken: Es geht nicht(s) ohne Posaunenchöre.
Quelle: Karl-Ernst Müller
Fotos: Hans-Joachim Maquet

14 Juli 2023

Verbesserung der Dauerhaftigkeit: Mulderadweg wird erneuert

Westsachsen/Zwickau.-
Am 31. Juli beginnen die Arbeiten für die Deckenerneuerung des Mulderadwegs zwischen der Pölbitzer und der Kolpingstraße. Auf dem 1,5 Kilometer langen Abschnitt wird die vorhandene ungebundene Wegebefestigung durch eine mit Asphalt gebundene Befestigung ersetzt. Ziel ist insbesondere, die Oberflächeneigenschaften und die Dauerhaftigkeit zu verbessern. Bereits im Vorfeld werden durch das Garten- und Friedhofsamt die vorhandenen Sitzbänke zurückgebaut. Diese werden nach Abschluss der Wegearbeiten wieder aufgestellt. Der vorhandene Baumbestand bleibt bestehen.
Die Maßnahme erfordert eine Vollsperrung des Mulderadwegs. Die Andienung der Baustelle erfolgt hauptsächlich über die Angerstraße und Thomas-Mann-Straße. Die ausgeschilderte Umleitung für Radfahrer führt über die Brückenstraße und die Moseler Straße, den Pölbitzer Kirchsteig, die Thomas-Mann- sowie die Dr.-Marie-Elise-Kayser-Straße.
Die Kosten sind entsprechend des im Stadtrat einstimmig gefassten Vorhabensbeschlusses mit rund 500.000 Euro veranschlagt. Darin enthalten ist eine 90-prozentige Förderung durch den Freistaat Sachsen. Alle Arbeiten sollen im Oktober 2023 abgeschlossen sein und werden durch die Firma. Asphalt-Bau Chemnitz ABC aus Bernsdorf ausgeführt. Die Stadt Zwickau bittet wegen möglicher Beeinträchtigungen für Anlieger und der Umwege für die Nutzer des Mulderadwegs um Verständnis.
Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Junge Christen veranstalten Kinderbibelwoche und gestalten Kunstwerk

Westsachsen/Werdau.-
Die Pleißestadt ist um ein Kunstwerk reicher, wahrscheinlich sogar um das größte der Stadt. Es hängt seit Donnerstagabend am Turm der katholischen St.-Bonifatius-Kirche, und somit weithin sichtbar über der Stadt.
Entstanden ist das 5 x 12 Meter große Gemälde im Rahmen der Ökumenischen Kinderbibelwoche, die seit 1998 gemeinsam von der evangelisch-lutherischen und der katholischen Kirche der Pleißestadt in den Sommerferien durchgeführt wird. In diesem Jahr beteiligen sich 24 Kinder der ersten bis siebenten Klassen und jugendliche Helfer aus Werdau und den Ortsteilen, darunter drei Ukrainer.
Die dreitägige Veranstaltung stand unter dem Motto „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Dabei beschäftigten sich die Kinder unter anderem mit ihren individuellen, inneren Werten und Fähigkeiten sowie dem Glauben an Gott und der daraus resultierenden Kraft. „Es steckt mehr in uns, als wir ahnen“ war die zentrale Botschaft. Das Kunstwerk selbst soll, wenn es die Witterung zulässt, noch bis zum 21. Juli an der katholischen Kirche zu bewundern sein.
Quelle und Foto: André Kleber/Werbemanufaktur Werdau

12 Juli 2023

Letzter Strohhalm: Oberbürgermeister verkauft große Windräder

Westsachsen/Landkreis Zwickau.- Explodierende Stromkosten, Energieknappheit, Sorge um künftige Versorgungssicherheit: die Themen Energiewende und Heizungsgesetz erhitzen derzeit die Gemüter auch in Sachsen, selbst im früher einmal so themenarmen Sommerloch.
Der Zwickauer Landkreis macht dabei keine Ausnahme, hier zeichnen sich sogar einige besonders markante Veränderungen ab. Sichtbar werden sollen diese, so die Pläne der schwarz-rot-grünen Landesregierung, vor allem in Form gigantischer Windräder, die das hiesige Landschaftsbild für immer verändern sollen. Kritiker sprechen schon von „Verspargelung“. So sollen beispielsweise in und um Fraureuth bei Werdau gigantische Windmühlen mit einer Höhe von fast einem viertel Kilometer errichtet werden. Geht es nach dem Willen der politisch Verantwortlichen, soll dies erst der Anfang sein. Betroffene Anwohner fühlen sich bei dieser Entwicklung mit scheinbar vollendeten Tatsachen konfrontiert.
Im Crimmitschauer Ortsteil Mannichswalde geht man jetzt sogar noch einen Schritt weiter. Hier sollen künftig nicht nur gewaltige Windräder das landschaftliche Bild des Ortes zerstören, den Anwohnern soll außerdem noch schmackhaft gemacht werden, selber Geld in die Transformation ihres Heimatortes zu investieren. Besonders stark macht sich derzeit Crimmitschaus Oberbürgermeister André Rafael (CDU) für diesen Plan. Bei Werbeveranstaltungen, auf denen Bürgern fragwürdige Beteiligungspakete für den geplanten Mannichwalder Windpark verkauft werden, nimmt Rafael die Rolle des Protegés für die ausführende Firma „Bürger Energie Gera E.G.“ ein, um den Verkaufsveranstaltungen einen offiziellen Anstrich zu verleihen. So zum Beispiel am 6. Juli im Gerätehaus der Crimmitschauer Feuerwehr in der Fabrikstraße. Seine Stichwortgeber sind hierbei die Stadträte Mario Opitz und Jan Schleicher (beide „Für Crimmitschau“). Schleicher fungiert derzeit auch als Ortsvorsteher für Mannichswalde und fiel auf genannter Veranstaltung dadurch auf, dass er kritischen Gästen ins Wort fiel und diese frech duzte. Solche Methoden der Einschüchterung sind allgemein bekannt aus unterschiedlichsten Verkaufsformaten, in denen potentielle Kunden durch Gruppendruck zu Entscheidungen gedrängt werden sollen, die sie später möglicherweise bereuen.
Wesentlich zugeknöpfter gab man sich bei einigen interessanten Nachfragen seitens anwesender Gäste. Etwa zu Details der angeblichen Rendite oder zu eventuellen Folgekosten, die den Beteiligten durch Renaturalisierungsmaßnahmen nach Ende der Laufzeit entstehen könnten. Hier blieb man bei den Antworten möglichst unverbindlich und verwies auf kommende Entwicklungen, was einen der anwesenden Bürger zu der interessantesten Frage des Abends veranlasste: „Was ist, wenn Ihr dann mal irgendwann pleite seid?“. Nach einigem Zögern räumte das Podium der „Bürger Energie Gera E.G.“ ein, dass dies dann wie bei jedem Geschäft sei. Das Geld ist dann eben weg. Zumindest diese Aussage ließ nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig.
Dass die aktive Beteiligung eines Stadtoberhauptes an einer so intransparenten Verkaufsveranstaltung zumindest grenzwertig ist, scheint Crimmitschaus Oberbürgermeister Andre Rafael durchaus bewusst zu sein. Schon zu Beginn der Veranstaltung verbot er anwesenden Medienvertretern kurzerhand jeglichen Mitschnitt und verwies auf sein Hausrecht. Hierzu äußerte sich nach der Veranstaltung einer der Gäste mit deutlichen Worten: „Rafael war als Anwalt eine Null, als Bürgermeister ebenfalls. Da er wohl weiß, dass er nicht mehr gewählt wird, ist das hier jetzt vielleicht sein letzter Strohhalm.“ Wie tragfähig dieser Strohhalm ist, wird die Zukunft zeigen.
Quelle und Foto: TG

Unrichtige Gesundheitszeugnisse: Beschuldigte in Untersuchungshaft

Westsachsen/Dresden.- Die Staatsanwaltschaft Dresden hat gegen eine 66-jährige deutsche Ärztin Anklage zur Großen Strafkammer des Landgerichts Dresden erhoben u. a. wegen des Verdachts des Ausstellens unrichtiger Gesundheitszeugnisse in 549 Fällen, wobei sie in 188 Fällen gewerbsmäßig gehandelt haben soll.
Ihr wird vorgeworfen, seit Beginn der COVID-19-Pandemie gewerbsmäßig sogenannte Gefälligkeitsatteste ausgestellt zu haben, in denen dem jeweiligen Patienten pauschal und zu Unrecht bescheinigt wird, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes kontraindiziert sei, ein unbegrenztes Impfverbot jeglicher Art bestehe oder aus medizinischen Gründen COVID-19-Testungen nur über den Speichel möglich seien. Die Ausstellung der Atteste soll hierbei im Vorfeld ausschließlich ohne eigene Wahrnehmungen vom körperlichen Zustand des Attestempfängers, ohne Anamneseerhebung, ohne Untersuchung sowie ohne Abklärung der tatsächlichen medizinischen Befunde erfolgt sein (siehe gemeinsame Medieninformationen der Staatsanwaltschaft Dresden und der Polizeidirektion Dresden vom 30.09.2022 und vom 28.02.2023, abrufbar im Medienservice Sachsen unter www.medienservice.sachsen.de).
Der Beschuldigten wird zudem vorgeworfen, PCR Testnachweise sowie Antigen-Schnelltestnachweise auf das Corona-Virus ausgestellt zu haben, ohne dass dem von ihr jeweils bescheinigten Negativergebnis eine laborbasierte Auswertung des PCR Tests zugrunde lag bzw. ohne dass das von ihr jeweils bescheinigte Negativergebnis bei einem durch ihre Person durchgeführten bzw. beaufsichtigten Antigenschnelltest festgestellt worden ist. Die Beschuldigte verlangte für die jeweilige Testbescheinigung ein Entgelt in Höhe von mindestens 25 Euro. Die Beschuldigte soll durch die anklagegegenständlichen Taten Einnahmen in Höhe von mindestens 29.736,45 EUR erzielt haben.
Die Beschuldigte, die der Reichsbürger- bzw. Selbstverwalterszene zugeordnet wird und sich selbst als Angehörige des »Indigenen Volkes der Germaniten« bezeichnet, befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft. Sie ist bereits geringfügig und teilweise einschlägig vorbestraft. Die Beschuldigte hat zum Tatvorwurf keine Angaben gemacht.
Das Landgericht Dresden wird nunmehr über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Zulassung der Anklage entscheiden. Ein Termin zur Hauptverhandlung wird vom Landgericht Dresden bestimmt.
Die Vorwürfe, die Gegenstand der am 20.06.2023 erfolgten Durchsuchungen waren (siehe gemeinsame Medieninformation der Staatsanwaltschaft Dresden und der Polizeidirektion Dresden vom 21.06.2023), sind nicht Gegenstand der gegen die Beschuldigte erhobenen Anklage. Insoweit wird gegen die Beschuldigte in einem gesonderten Ermittlungsverfahren weiter ermittelt. Die diesbezüglichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden und der Polizeidirektion Dresden dauern an und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Quelle und Foto: Staatsanwaltschaft Dresden