23 September 2020

Massipark nach zehn Jahren fertig: „Pflichtaufgaben haben Vorrang“

Westsachsen/Werdau.- Manchmal dauern Dinge etwas länger, gelegentlich auch deutlich länger, bis sie sich verwirklichen lassen. Bestes Beispiel dafür ist ein Geometrie-Lehrpfad im Werdauer Massipark. Unter dem Motto „Längen abschätzen – Räume begreifen“ war dieser Teil eines Ab-in-die-Mitte-Wettbewerbes der Stadtverwaltung aus dem Jahr 2010, der seinerzeit sogar als Sieger auserkorene wurde. Doch während viele andere Teilprojekte dieses und anderer Werdauer Wettbewerbsbeiträge bereits realisiert wurden, ging es beim Lehrpfad nur in kleinen Schritten vorwärts. Bis jetzt.
Am 22. September dieses Jahres, also 10 Jahre nach der ersten Idee, wurden die entsprechenden Stelen durch den städtischen Bauhof Werdau und das Gartenbauunternehmen Nickerl ins Erdreich des Parks eingebracht. Gefertigt wurden sie vom Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft. Härten die Fundamente gut aus, werden die Lehrtafeln Ende der Woche folgen. Deren Inhalt stammt aus der Feder des Gymnasiums „Alexander von Humboldt“.
Zur Ursache, warum dieses Projekt so lange in Anspruch nahm, sagt Pressesprecher André Kleber: „Es mangelt uns in der Stadt selten an guten Ideen. In der Realisierung und Finanzierung haben unsere Pflichtaufgaben jedoch klar Vorrang, und das sind sehr viele. Doch was lange währt, wird nun endlich gut.“

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Werdau

22 September 2020

Opern-Tipp der Woche: „Der Freischütz“ krönt die 20. Festspiele

Westsachsen/Bad Elster.-
Zum Abschluss der diesjährigen 20. Chursächsischen Festspiele ist am Sonntag, den 4. Oktober um 19.00 Uhr die berühmteste deutsche Oper als Schicksalsdrama im König Albert Theater Bad Elster zu erleben. Carl Maria von Webers romantischer Oper »Der Freischütz« wird in einer semikonzertanten Fassung als inszeniertes Theaterkonzert mit entsprechend kostümierten Sänger*innen als Premiere aufgeführt. Es spielen und musizieren die Solist*innen und der Chor der Landesbühnen Sachsen mit der Elbland Philharmonie Sachsen unter der musikalischen Gesamtleitung von GMD Florian Merz. Die Geschichte handelt von dem Jägerburschen Max, dessen ganzes Lebensglück von einem einzigen Probeschuss abhängen soll. Nur wenn ihm dieser gelingt, kann er seine große Liebe Agathe heiraten und Erbförster werden. Max ist eigentlich ein exzellenter Schütze, aber in letzter Zeit trifft er nicht mehr, weshalb er sich von dunklen Mächten umgarnt fühlt. Um sein Schicksal zu wenden und ein besseres Leben führen zu können, beschließt er letztendlich doch Hilfe anzunehmen, und zwar ausgerechnet von Kaspar, der mit dem schwarzen Jäger Samiel im Bunde ist. Die beiden raten dem jungen Mann in der Wolfsschlucht Freikugeln zu gießen, da diese immer treffen würden...
Tickets: 037437/ 53 900 | www.koenig-albert-theater.de

21 September 2020

Endlich wieder Kultur pur: 23 Ausflugstipps zum Zeitsprungtag

Westsachsen/Zwickauer Land.-
 Auch im Jahr 2020 ist es gelungen, die Tage der Industriekultur in der Region Chemnitz-Zwickau-Erzgebirge, wenn auch im verkleinerten Rahmen, durchzuführen. Während die Spätschicht in der Region Zwickau leider abgesagt werden musste, wird der mittlerweile etablierte Zeitsprungtag am Samstag, 26. September das Format Tage der Industriekultur in das nächste Jahr tragen und dann wieder seine gewohnte Fortsetzung, gemeinsam mit der Spätschicht, finden.
Der Zeitsprungtag anlässlich der Tage der Industriekultur wird die Geschichte der Industriekultur zum Leben erwecken, indem vier verschiedene Stadtführungen und 19 Museen die Industriekultur von gestern, heute und morgen zeigen. Er bündelt das industriekulturelle Erbe Westsachsens in einer Vielzahl von Aktionen und versucht die Entwicklung der Industrie zu zeigen und wie bedeutend diese noch heute ist.
Die Stadtführungen reichen vom „Weg zur Industriekultur“ in Zwickau, auf den Spuren von Carl Hedrich und dem Wasser in Glauchau, über Streifzüge durch das historische Gewerbegebiet Lichtensteins bis hin zur Sagen- und Gruselwanderung zu sagenumwobenen Orten Crimmitschaus.
Als Highlight lädt die 4. Sächsische Landesausstellung „BOOM 500 Jahre Industriekultur“ zu kostenfreien Führungen und Rätselspaß für Kinder ein. Die drei Schauplätze der 4. Sächsischen Landesausstellung das Bergbaumuseum Oelsnitz, das August Horch Museum Zwickau mit seiner Lesung in der Horch Villa und die Tuchfabrik Gebr. Pfau in Crimmitschau präsentieren sich an diesem Tag ebenso wie die kleinen Schätzchen im Stellwerk Wechselburg, dem Motorradmuseum Augustusburg oder im Oldtimermuseum Culitzsch. Bei schönem Wetter wird hier die Fahrbereitschaft ausgewählter Fahrzeuge unter Beweis gestellt. Im Textil- und Rennsportmuseum Hohenstein-Ernstthal hält der Sandmann als Wandbild Einzug und im Esche-Museum Limbach-Oberfrohna wird gezeigt, dass es das Homeoffice, früher Heimarbeit genannt, schon sehr lange gibt.
Für Outdoor Unterhaltung sorgt die Miniwelt Lichtenstein beim Gartenbahntreffen oder man kann in der Arena E in Mülsen Out- und Indoor seine Runden auf dem Go-Kart drehen. Lecker wird es in der Brauerei Vielau, die an diesem Tag einen Einblick in die Bierherstellung von vor 100 Jahren gibt. Im Robert-Schumann-Haus Zwickau öffnet die Sonderausstellung „Schumanns & die Technik“ ihre Tore, während die PRIESTERHÄUSER ZWICKAU Eindrücke aus der Bergbautechnik der Wismut zeigen. Die KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU präsentieren die Sonderausstellung „Industriearchitektur in Sachsen. erhalten erleben erinnern“. Kleine Gäste können im Haus der Entdecker in Reinsdorf einen Spielenachmittag mit verschiedenen Brettspielen erleben und im Naturalienkabinett Waldenburg erzählen 300 Jahre alte Erfindungen bei einer Führung spannende Geschichten. Das Schloss Wolkenburg verzaubert mit der Bibliothek und dem Festsaal und Schloss Blankenhain mit dem Deutschen Landwirtschaftsmuseum rundet das Wochenende am Sonntag mit Zeitsprüngen in die Bierherstellung auf dem Rittergut zur Kaiserzeit, mit anschließender Verkostung, ab.
Den besonderen Bonus des Kulturraum-Vogtland-Zwickau zur BOOM Ausstellung und den Schauplätzen gibt es auch am Zeitsprungtag, denn wer ein Ticket der BOOM-Ausstellung oder von den sechs Schauplätzen erwirbt, sollte nicht vergessen sich den Bonusflyer des Kulturraum-Vogtland-Zwickau an der Kasse geben zu lassen. Dieser ermöglicht im Zusammenhang mit dem BOOM Ticket noch bis zum Ende des Jahres reduzierten Eintritt in vielen weiteren interessanten Stätten der Industriegeschichte im Kulturraum-Vogtland-Zwickau. Details verrät der Bonusflyer.
Alle Informationen unter: www.zeitsprungland.de/zeitsprungtagFür weitere Rückfragen steht Ihnen Frau Loos unter 037608/27243 oder sandra.loos@zeitsprungland.de zur Verfügung.

20 September 2020

Der Fall Hardy G.: Taucht die ominöse Langwaffe doch noch auf?

Westsächsische/Zwickau.- Dreh- und Angelpunkt des derzeit am Zwickauer Landgericht laufenden Revisionsprozesses ist die bis zum heutigen Tag angeblich unauffindbare Langwaffe des Typs AR 15 M5F (Foto). Für die baldige Freilassung des seit 2018 in Untersuchungshaft befindlichen Hardy G. (WSZ berichtete) dürfte die Frage nach dem Verbleib der Waffe von grundlegender Bedeutung sein. Ein Angebot seitens des Gerichts an den Angeklagten, das Versteck der Waffe preiszugeben und im Gegenzug aus der U-Haft entlassen zu werden, hatte der Angeklagte abgelehnt und beteuert, dass er nichts über den Verbleib der Waffe wisse. Das Angebot wertete Hardy G. als Erpressungsversuch und stellte gegen den vorsitzenden Richter Ruppert Geußer umgehend einen Befangenheitsantrag.
Insgesamt dürfte für Polizei und Justiz die Klärung des Verbleibs der Waffe tatsächlich von entscheidender Bedeutung sein, um den enormen Aufwand, den man bis dato in diesem Fall betrieben hat, nachträglich zu rechtfertigen.



18 September 2020

Das Kulturamt informiert: Heft 18 von „Cygnea“ ist erschienen

Westsachsen/Zwickau.-
Verkaufsstart für das neue Heft von Cygnea war bisher immer zum Historischen Markttreiben. Auch wenn dieses abgesagt werden musste, erscheint nun, pünktlich Mitte September, die aktuelle Ausgabe der Schriftenreihe des Stadtarchivs.
100 Jahre Robert-Schumann-Gesellschaft, die Wendezeit im Spiegel der Erinnerung, das KZ-Außenlager bei den Horch-Werken oder Seilhersteller im Revier Zwickau-Oelsnitz – Leserinnen und Leser erwartet eine Vielfalt an Beiträgen zur Zwickauer Stadtgeschichte. Dabei ließen sich die Herausgeber in diesem Jahr aus ganz spezieller Sicht von der 4. Sächsischen Landesausstellung „Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen“ leiten, vergaßen aber auch andere geschichtsträchtige Ereignisse nicht aus den Augen.
Das Heft ist wie immer im Stadtarchiv, den KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum, den Priesterhäusern Zwickau und im Robert-Schumann-Haus Zwickau zum Preis von 4 Euro erhältlich.
Aus dem Inhalt:
Heino Neuber „Prämiiert auf allen beschickten Ausstellungen“ – geschichtliche Notizen zu Seilherstellern im Zwickau-Oelsnitzer Steinkohlengebiet
Dieser Beitrag stellt einen Überblick zu einem Gebiet der heimischen Wirtschaft dar, das eng mit der Entwicklung des Steinkohlenbergbaus und der durch ihn angeregten oder doch begünstigten Ansiedlung von Fabriken, Handwerks- und Gewerbebetrieben sowie Handelsgeschäften verflochten ist – die Seilherstellung.
Maike-Marie Herden Das KZ-Außenlager bei den Horch-Werken in Zwickau und seine Opfer
In Zwickau gab es zahlreiche Lager für Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge, die in den wichtigsten Firmen der Rüstungsproduktion eingesetzt waren. Dazu gehörten unter anderem die Auto Union AG mit den dazugehörigen Werken Audi und Horch. Die Häftlinge arbeiteten aber nicht nur in der Rüstungsindustrie. Auch in der Land- und Forstwirtschaft und im Steinkohlenbergbau griff man auf deren Arbeitskraft zurück. In nahezu jedem Betrieb wurde die Produktion durch Fremdarbeiter unterstützt.
Anna Epperlein Wende-Aufbruch-Niederlage? – Die Wendezeit im Spiegel der Erinnerung von Zeitzeugen
2019 wurde bundesweit 30 Jahre Mauerfall gefeiert, gefolgt wird dies 2020 durch die Jubiläumsfeier 30 Jahre Wiedervereinigung. Das Thema ist auch in der Archivwelt momentan sehr aktuell. Anna Epperlein, Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste im Stadtarchiv Zwickau, widmete sich diesem Thema in ihrer Abschlussarbeit. Jedoch nicht in einer schriftlichen Form, sondern in Form von gefilmten Zeitzeugeninterviews. Geschichte besteht aus Geschichten. Ziel war eine Dokumentation mit unterschiedlichsten Zeitzeugen und Meinungen. Die Dokumentation soll am 25. November im Alten Gasometer erstmals öffentlich gezeigt werden. Näheres zur Veranstaltung wird zur gegebenen Zeit noch bekannt gegeben.
Dr. Ute Scholz 100 Jahre Robert-Schumann-Gesellschaft
Wie alt ist eigentlich die Zwickauer Robert-Schumann-Gesellschaft? In bisherigen Betrachtungen wurde immer wieder vom Datum ihrer Neugründung 1957 ausgegangen. Aber schon vorher gab es in Zwickau eine Robert-Schumann-Gesellschaft. Sie wurde am 8. Juni 1920 gegründet und blieb trotz politischer Umwälzungen und damit verbundener Neubildungen 1943, 1949, 1957 und 1990 kontinuierlich aktiv. Die heute bestehende Robert- Schumann-Gesellschaft führt die Traditionen fort und ist als deren Nachfolgerin anzusehen.
Cora Herzog Die Kunsthandlung Liebig – Ein Rückblick auf eine (fast) 100jährige Zwickauer Unternehmensgeschichte
Ebenso ist ein Beitrag von der ersten Zwickauer Stadtschreiberin veröffentlicht. Cora Herzog schrieb über die Geschichte des Kunsthandwerks Liebig als eines der letzten alteingesessenen Geschäfte in Zwickau. Das Geschäft für Kunsthandwerk mit seinen drei großen Schaufenstern in der Hauptstraße kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Alles beginnt damit, dass der 23-jährige Oskar Eduard Reinhold Liebig aus dem schlesischen Liegnitz 1919 nach Westsachsen kommt, um dort ein Fachgeschäft für Bilder und Rahmen zu eröffnen.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Workshop im Werdauer Rathaus erfreut sich großer Resonanz

Westsachsen/Werdau.-
Die Serie erfolgreicher Workshops im Rahmen der Wirtschaftsförderung der Stadt Werdau setzt sich fort. Am Abend des 17. September luden Gewerbeverbund, IHK und Stadtverwaltung Unternehmerinnen und Unternehmer der Region zum Thema Digitalisierung ins Rathaus ein. Das Angebot wurde sehr gut angenommen. Alle Plätze, die coronabedingt begrenzt werden mussten, waren restlos ausgebucht. Die Corona-Krise hat bislang eines deutlich gezeigt – Unternehmen, welche digital aufgestellt sind, kommen leichter durch die Krise. Spätestens jetzt gilt, die Potenziale der Digitalisierung für das eigene Unternehmen zu erkennen und die Möglichkeiten zur Prozessoptimierung, Kostenreduktion und Steigerung der Leistungs- sowie Wettbewerbsfähigkeit zu nutzen. Sie IHK und das „Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Chemnitz“ informierten Unternehmern über aktuelle Möglichkeiten und Entwicklungen und kamen mit ihnen über deren Digitalisierungsprojekte, Herausforderungen und Erkenntnisse auf dem Weg der Digitalisierung ins Gespräch. Zudem wurden hautnah die Möglichkeiten digitaler Unterstützung für verschiedene Branchen und Bereiche vorgestellt und mit Praxispartnern und Projektbeispielen im wahrsten Sinne des Wortes greifbar gemacht. Der nächste Workshop, der dann gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH durchgeführt wird, ist für den 12. November 2020 um 18:30 Uhr geplant. Auch an diesem Tag wird es digital. Themen werden unter anderen aktuelle Digitalangebote zur Absatzförderung im In- und Ausland sein sowie Praxisbeispiele rund um das Finden von Kunden und Lieferanten auf Facebook, Instagram und LinkedIn.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Werdau

17 September 2020

Landgericht Zwickau: Fortsetzung im Revisionsverfahren gegen Hardy G.

Westsachsen/Zwickau.- Am Mittwoch wurde am Landgericht die Revisionsverhandlung gegen Hardy G. fortgesetzt. Der Fall schlug bereits im Jahre 2018 bundesweit große Wellen, als nach dem Angeklagten mit dem umstrittenen Instrument der Öffentlichkeitsfahndung gesucht worden war (WSZ berichtete). Der Verbleib der Langwaffe, die der Angeklagte angeblich während seiner Flucht mit sich geführt haben soll, bleibt bis dato weiterhin ungeklärt. Am zweiten Verhandlungstag kamen die mutmaßlich geschädigte Ex-Freundin, deren Mutter und Bruder als Zeugen zu Wort. Im Zuschauerraum des Gerichtssaals sah man auch diesmal wieder zahlreiche Kriminalpolizisten in Zivil sitzen, die zum Zweck ihrer Anwesenheit keine Angaben machten. Die übrigen Besucher und Medienvertreter mussten sich einmal mehr einer intensiven Leibesvisitation und der Registrierung ihrer persönlichen Daten unterwerfen, um dem Geschehen beiwohnen zu können. Der Antrag der Westsächsischen Zeitung, die Gerichtsverhandlung digital aufzuzeichnen, wurde gleich zu Beginn vom Vorsitzenden Richter Ruppert Geußer abgeschmettert. Geußer gab an, hier „aufgrund gesetzlicher Vorgaben“ keinen Spielraum zu haben. Die oft monierte Unvollständigkeit von Verhandlungsprotokollen scheinen für Geußer kein Problem darzustellen. Ins Protokoll würde schließlich alles schriftlich aufgenommen, „was von Bedeutung“ sei. „Was von Bedeutung ist, entscheidet das Gericht, genauer gesagt der Vorsitzende“, ergänzte Richter Geußer mit einem Lächeln. Auch die miserable Akustik im Schwurgerichtssaal, die von mehreren Zuschauern kritisiert wurde, sah Geußer locker. Einem Medienvertreter, der dies bemängelte, drohte Geußer mit Rauswurf. Einige Besucher verließen daraufhin den Saal, da sie die Öffentlichkeit der Verhandlung wegen der Unverständlichkeit des gesprochenen Wortes als nicht gegeben betrachteten.
Insgesamt brachte der zweite Verhandlungstag, der gegen 16 Uhr endete, trotz der recht umfangreichen Zeugenaussagen wenig an Neuigkeiten zutage. Am Freitag, dem 18. September, wird die Revisionsverhandlung fortgesetzt. Dann sollen vor allem die Eltern des Angeklagten befragt werden.

Zu vermieten: Einfamilienhaus in Oberplanitz

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Vereinsausstellung: Vogelzüchter präsentieren ihr Hobby

Westsachsen/Werdau.-
Am 26. und 27.09.2020 findet die Vereinsausstellung des Vogelzüchterverein Werdau e.V., im Gartencenter Heuschkel GbR, Crimmitschauer Straße 42 in Werdau statt. Am Samstag in der Zeit von 10.00 bis 18.00 Uhr und am Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr präsentieren die Vereinsmitglieder den Besuchern ihre gefiederten Freunde. Etwa 15 Aussteller zeigen an die 200 Tiere für Jung und Alt. Dabei sind Sittiche und Papageien in den verschiedensten Größen und Farben in ihren Volieren zu entdecken. Eine Hüpfburg, Tombola und Bastelecke runden das Ausstellungsprogramm ab. Für das leibliche Wohl ist vor Ort gesorgt und interessante Gespräche und Tipps zur erfolgreichen Vogelzucht werden in Aussicht gestellt. Besucher sind herzlichen eingeladen und zugelassen zur Veranstaltung. Ein Hygienekonzept wurde vom Vogelzüchterverein Werdau e. V. erstellt und von der Behörde genehmigt.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Werdau

Zwickauer Justiz: Staatsanwalt verfolgt „Gesinnungseinstellung“

Westsachsen/Zwickau.-
 Am vergangenen Dienstag fand am Zwickauer Landgericht ein weiterer der zahlreichen Prozesse gegen Personen statt, die im Jahre 2018 in sozialen Netzwerken den Haftbefehl gegen einen verdächtigen Asylbewerber geteilt hatten. Dieser Haftbefehl war im Zusammenhang mit dem bestialischen Mord in Chemnitz an Daniel H. erlassen worden. Der Mordfall und die öffentliche Empörung, die er nach sich zog, hatten ebenso für weltweites Aufsehen gesorgt, wie die damaligen Fake News des Kanzleramtes über angebliche „Hetzjagden auf Ausländer", die sich im Nachhinein als haltlos erwiesen. 
Ein sächsischer Vollzugsbediensteter hatte damals den erlassenen Haftbefehl veröffentlicht, da er laut eigener Aussage die allgegenwärtige Vertuschungspraxis innerhalb der hiesigen Strafverfolgungsbehörden nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren konnte. Jene, die den Haftbefehl geteilt und damit weiterverbreitet hatten, wurden daraufhin bundesweit mit einer Welle von Anklagen und Hausdurchsuchungen überzogen. 
Dass dieser Verfolgungseifer bis heute noch nicht abgeklungen ist, zeigte jetzt die Verhandlung gegen Joseph P., dem ebenfalls die „verbotene Verbreitung“ des brisanten Haftbefehls vorgeworfen wird. Obwohl selbst der anklagende Staatsanwalt Jörg Rzehak (Foto unten) eingeräumte, dass P. die persönlichen Angaben des verhafteten Asylbewerbers geschwärzt hatte, sah Rzehak die Persönlichkeitsrechte des Irakers verletzt. Auch betonte er, dass es sich hierbei schließlich um einen „Unschuldigen“ gehandelt hätte. In der Tat war der Mann in der Folge auf freien Fuß gesetzt worden, da ihm „keine direkte Tatbeteiligung“ nachzuweisen sei. Unter „direkter Tatbeteiligung“ verstehen die hiesigen Strafverfolgungsbehörden offensichtlich nicht die Anwesenheit im bis heute nur teilweise identifizierten Personenpulk, aus dem heraus der Mord begangen worden war. Aus diesem Grund bekamen die Verbreiter des Haftbefehls auch mehr von der Härte des Rechtsstaates zu spüren, als die Mitglieder dieses Mobs. Angesichts solcher Verhältnisse verwundert es nur wenig, dass der hiesigen Justiz immer größer werdendes Misstrauen aus der Bevölkerung entgegenschlägt.
Staatsanwalt Jörg Rzehak, der für seinen Verfolgungseifer gegen politisch missliebige Personen allgemein bekannt ist, tat auch während dieser Verhandlung wieder alles, um seinem zweifelhaften Ruf gerecht zu werden. In einem regelrechten Hassplädoyer zählte er stolz die bisherigen Verurteilungen gegen Weiterverbreiter des Haftbefehls auf und pries deren konsequente Verfolgung. Vor allem wegen der „Gesinnungseinstellung“ (eine Wortneuschöpfung, die der sichtlich erregte Staatsanwalt an diesem Tag kreierte) sei hier ein besonders entschlossenes Vorgehen geboten. 
Auch der Vorsitzende Richter, Ruppert Geußer, gab an diesem Tag kein sonderlich gutes Beispiel für seine Zunft ab. So degradierte er die beiden Schöffinnen zu bloßen Statistinnen, indem er die Verurteilung bereits während laufender Verhandlung ohne Rücksprache mit ihnen vorweg nahm. 
Der Angeklagte Joseph P., der im Anschluss wie angekündigt zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen verurteilt wurde, betonte nach der Verhandlung, er sei sich nach wie vor keiner Schuld bewusst. Er kündigte an, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen.
Während der Verhandlungspause wurde Staatsanwalt Jörg Rzehak von anwesenden Prozessbeobachtern abermals auf seine fragwürdigen, oftmals als kriminell empfundenen Methoden, auf seine fehlenden Manieren und wann er voraussichtlich in den Ruhestand zu treten gedenke, angesprochen. Hierzu schwieg der ansonsten nicht auf den Mund gefallene Staatsanwalt. Auch die Frage, weshalb sein seltener Name in der Liste der hauptamtlichen Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes der DDR auftaucht, ließ er einmal mehr offen.
Bei handfesten Straftaten innerhalb der Justiz drückt der große „Nazi-Jäger“, wie er von Kritikern auch genannt wird, gern ein Auge zu. So wartet eine Frau aus Werdau schon seit Wochen auf ein Aktenzeichen zu einer angezeigten Straftat. Dieses Aktenzeichen benötigt sie dringend für eine Verhandlung gegen einen Rechtsanwalt in Rockenhausen. Doch dafür hat der umtriebige Staatsanwalt offenbar weder Zeit noch Lust, verweist auf einen Kollegen. Dieser war jedoch im Urlaub, so dass Rzehak die Vertretung inne hatte, also in dieser Zeit doch zuständig war.
Mit den beiden Beschlüssen der Zwickauer Überklebungs-Affäre konfrontiert schlug er die Hände vor's Gesicht und schrie: „Davon will ich nichts wissen!“ Ähnlich reagierte der vorsitzende Richter Ruppert Geußer.

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