15 Mai 2022

Letzte Chance vertan: GRÜNEN-Politiker offenbart Stasizugehörigkeit

Westsachsen/Zwickau.-
Am Freitag fand die Eröffnungsveranstaltung zum Thema „Beteiligen! für Demokratie“ statt. Unter der Überschrift „Die Seilschaften sitzen überall“ diskutierten Sven Trautmann und Wilfried Meißner (Foto v.l.) mit interessierten Bürgern. Das Zwickauer „Netzwerk zur Integration von Amtspersonen in die Zivilgesellschaft“ hatte auch den GRÜNEN-Politiker Dr. Martin Böttger (Archiv-Foto unten) zum Gespräch eingeladen. Dieser hatte in der Vergangenheit immer wieder verbreiten lassen, er sei zu DDR-Zeiten Bürgerrechtler gewesen und habe dadurch Repressalien erleiden müssen. Daran zweifelt Ronny Weber, Vorstand im Verein „Heimat Region Zwickau e.V.“ und sagt: „Mir wurde damals verboten, Abitur zu machen. Ich musste in den Jugendwerkhof, weil ich als 15-Jähriger mal bei einer Demo mitgelaufen bin. Jetzt behauptet ein Herr Böttger, der unter diesem Regime seinen Doktortitel machen durfte, er sei ein Oppositioneller gewesen. Das ist aus meiner Sicht völlig unglaubwürdig.“ Vielmehr sei es wahrscheinlicher, dass Böttger, der nach eigenen Angaben immer mal wieder einige Tage in Untersuchungshaft verbrachte, von der Stasi  bereits Mitte der 80er Jahre umgedreht wurde. Nur so lässt es sich erklären, dass man ihn - praktisch als Staubsauger für all die Unzufriedenen - bei Demos in vorderster Front marschieren ließ. Unter diesem Gesichtspunkt klingt es fast schon plausibel, dass einige der Demonstranten danach tatsächlich in den Knast wanderten, auch wenn Böttger seine Mitschuld daran bis heute bestreitet (WSZ berichtete).
Der sogenannte - und vom Bundespräsidenten dafür ausgezeichnete - „Bürgerrechtler“ zeigt seine Staatsnähe sowie die Lust am Ausspionieren und Denunzieren auch heute noch für alle sichtbar. Es gibt kaum eine Demonstration der politischen Opposition, die er nicht argwöhnisch beobachtet und jeden angeblichen Regelverstoß sofort bei der Polizei anzeigt (WSZ berichtete). In politisch motivierten Gerichtsverhandlungen sitzt Böttger regelmäßig als Spion in der letzten Reihe und schreibt fleißig mit. Wem er danach Bericht erstattet, kann nur vermutet werden. Naheliegend ist, dass seine Notizen ohne Umwege bei seinem Freund, dem seit langem umstrittenen und unter Stasi-Verdacht stehenden Staatsanwalt Jörg Rzehak landen. Dieser ließ sich erst neulich wieder dazu hinreißen, auf Anweisung Böttgers die Räumlichkeiten ihm unliebsamer Journalisten persönlich zu durchsuchen. Der Anstifter dieser Aktion schrieb sodann als Antwort auf unsere Einladung zur Veranstaltung: „Vielleicht komme ich doch am Freitag. Aber denken Sie daran: ich bin gefährlich. Vielleicht bringe ich einen Staatsanwalt mit. Sind die beiden Opfer der Durchsuchungsaktion vom 5. Mai Mitglieder Ihres Rechercheteams?“. Die Antwort darauf wäre ihm am Freitag gegeben worden, hätte er nicht gekniffen.
Claudia Friedrich, eine durch die Zwickauer Justiz schwer geschädigte Werdauerin, wandte sich seinerzeit auf Anraten der Zwickauer Oberbürgermeisterin Pia Findeiß an den GRÜNEN-Politiker. „Er ist Bürgerrechtler und kann Ihnen helfen“, waren ihre Worte. Die Antwort von Böttger lautete damals wie heute: „Ich könnte Ihnen helfen, mache es aber nicht“. Claudia Friedrich dazu: „Wer einigermaßen klar bei Verstand ist, erkennt sofort, dass ein wahrer Bürgerrechtler niemals so agieren würde.“
Wie tief die einstigen Muster der Zersetzungsmethoden des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Böttger noch verankert sind, erkennt man am folgenden Beispiel:  In einer seiner Emails schreibt der 74-Jährige, er sei Major des Chinesischen Geheimdienstes außer Dienst. Daraufhin angesprochen bestätigt er diese Aussage auch gegenüber der Presse (WSZ berichtete). Eine diesbezügliche Anzeige wegen unerlaubter Tätigkeit für einen ausländischen Geheimdienst verlief erwartungsgemäß im Sande. Später gibt er grinsend zu, dass er gelogen hat. Wörtlich: „Ich habe Sie angelogen. Wenn Sie das geglaubt haben, dann sind Sie dumm und selbst schuld!“. Unter Pseudonymen wie „Ignorante Tante“ oder „Egon Olsen“ verbreitet er Inhalte wie diesen: „Wer hat den Artikel Der Heizer in der Moritzkirche geschrieben? Ich kenne nämlich einen Menschen, der 1989 die Moritzkirche geheizt hat. Er könnte Ihnen sicher interessante Informationen über M. Böttger geben.“
Das gleiche Spiel treibt der bekennenden Lügner offensichtlich auch mit der Zwickauer Justiz und der „Freien“ Presse (FP). Um von weiteren Diskussionen über seine Vergangenheit abzulenken, behauptet er eine Verleumdung und spannt damit Richter, Staatsanwälte und FP-Redakteure vor seinen Karren. Aufgrund der von ihm über Jahrzehnte aufgebauten Legende vom guten Samariter folgt man selbstverständlich gern seiner Version blind. Eine Nachfrage seitens des Lokalblattes bei den Betroffenen der Hausdurchsuchungen gab es bisher nicht. Stattdessen schreibt man widerspruchs- und gedankenlos das ab, was die Pressestelle des Gerichts vorgibt. So geht Journalismus auf Sächsisch.
Der Verein „Heimat Region Zwickau e.V.“ veranstaltet in diesem Jahr weitere Bürgertreffen zum Thema „Beteiligen! für Demokratie“. Die Termine dazu werden rechtzeitig bekannt gegeben.

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