15 Mai 2022

FDJ jetzt auch im Westen gegen den Krieg aktiv: „Kein drittes Mal!“

Westsachsen/Zwickau/NRW/Essen.-
Die Freie Deutsche Jugend (FDJ) schlägt wieder zu. Nach den spektakulären Demonstrationen in Zwickau, unter anderem mit der Erstürmung des Rathausbalkons (WSZ berichtete), war am Donnerstag Vormittag das Denkmal des alten Alfred Krupp in der Essener Innenstadt (Foto) kaum mehr wieder zu erkennen. Mit rotem Lack ist der Sockel plötzlich eine Art Warnung: „KEIN DRITTES MAL“ steht über dem in Stein gemeißelten Alfred Krupp und bezieht sich eben auf diesen. Kein Zufall, wie es scheint. Nach der gestrigen Verkündung von ThyssenKrupp, im letzten Jahr tausende Arbeitsplätze gestrichen zu haben und damit „erstmals seit Jahren wieder weniger als 100.000 Beschäftigte“ auszubeuten, kommen doch die Zeiten gerade recht. Wird es dem Konzern gelingen, rechtzeitig am kommenden großen Krieg, der der dritte der Weltkriege wäre, seinen Reibach zu machen? Unter dem Krupp am Sockel findet sich denn noch mehr: „Krieg dem Krieg“ und ein Konterfei Philipp Müllers, einem jungen Arbeiter, der Mitglied der KPD und der FDJ in Westdeutschland war.
Der geschichtsträchtige Zusammenhang Philipp Müllers mit dem Kanonenkönig und Stahlbaron Krupp ist nach den letzten Wochen wohl aktueller denn je. Nicht, weil im Pott gerade alles auf die nächste Schießerei lauert, wobei nicht einmal der Kauf der ersten Patronenhülse dem Staat und Herrn Reul persönlich unbekannt gewesen sein dürfte, nein. Es ist der erste Essener Mord in der gerade wieder auferstandenen BRD von 1952 an Philipp Müller, der ein ganzer bundesrepublikanischer Mord an der Volksbewegung gegen die Remilitarisierung war, der hier den Zusammenhang so deutlich macht. Auf der einen Seite eine ganze Bewegung, die den Krieg satt hatte und nur zu deutlich sah, wohin die alten Nazigeneräle, die neuen Lehrer von einst und die Richter unterm Hakenkreuz, die nun das Grundgesetz hüteten, ihren neuen alten Weg wieder gingen und auf der anderen Seite die Krupps, die Siemens, die Bankmagnaten und Chemiegiganten, deren Profite längst wieder alte Höhen erreichten.
Zum 70. Mal jährte sich am 11. Mai nun der Mord, dem das Verbot der FDJ in Westdeutschland voraus ging. Ein Verbot, das seine Wirkung verloren zu haben scheint, ist doch diese – Philipp Müllers – FDJ in den letzten Tagen so umtriebig in Essen, wie lange nicht.