05 April 2022

Verrückt: AfD Chemnitz heuert Antifa-Ordner als Geschäftsführer an

Westsachsen/Zwickau/Chemnitz.-
In Sachsen bahnt sich in diesen Tagen ein besonders bizarrer Kaderwechsel zwischen der Partei DIE LINKE und der Alternative für Deutschland (AfD) an. Es handelt sich dabei um Sven Wöhl (Foto), ehemalige Führungsfigur des Zwickauer Kreisverbandes der SED-Nachfolgepartei. Wöhl soll in Kürze den Job als Geschäftsführer der Chemnitzer AfD-Stadtratsfraktion übernehmen.
Da ein solcher ideologischer Spurwechsel der Wählerschaft und der Pateibasis naturgemäß schwer zu vermitteln ist, wurde die Angelegenheit in den letzten Wochen ausschließlich in Hinterzimmern ausgekungelt. Bei der Chemnitzer AfD hat man offensichtlich keine Berührungsängste mit Politfunktionären von Linksaußen. Stattdessen schwärmt man hier hinter vorgehaltener Hand von Wöhls angeblichen Eignungen. Diese seien wesentlich besser als die anderer Mitbewerber für die Stelle des neuen Geschäftsführers.
Was damit allerdings gemeint sein soll, bleibt bis dato unklar, denn Wöhls berufliche und politische Laufbahn gleicht bei näherer Betrachtung eher einem Trauerspiel: Als gescheiterter Vertreter für diverse Versicherungsgesellschaften und die Deutsche Vermögensberatung hinterließ der Parteiwechsler nach Aussagen ehemaliger Kollegen ausschließlich verbrannte Erde, was auch einer der Gründe dafür gewesen sein dürfte, dass er zu Beginn des Jahrhunderts eine Parteikarriere in der Linkspartei anvisierte. Hier gelang es ihm, mehrere führende Parteiämter auf lokaler Ebene und Mandate im Zwickauer Stadtrat und Kreistag zu ergattern. Später unterlag er seinem Genossen Rene Hahn bei der Wahl zum Kreisverbandschef der Zwickauer LINKEN.
Während seiner Linken-Karriere machte sich Wöhl stark für die parteitypische „Willkommenskultur“ und nahm in vorderster Reihe an sogenannten Gegenprotesten gegen asylkritische Demonstrationen teil. Hier stand Wöhl Seite an Seite mit VW-Betriebsräten, die nach VW-Mitarbeitern Ausschau hielten, um diese später zu „disziplinieren“. Weiterhin nahm er zusammen mit Figuren, wie dem Leipziger Linken Anwalt Jürgen Kasek, an Veranstaltungen der als gewaltbereit geltenden Antifa teil und unterstützte diese als Ordner. Unser Foto zeigt Wöhl bei der Veranstaltung „Antifa meets Mitte“ am 22. September 2018 auf dem Zwickauer Neumarkt. Hier wurde unter anderem, wie bei Antifa-Veranstaltungen üblich, die Bombardierung Dresdens im Jahre 1945 mit dem geschmacklosen Slogan „Antifa heißt Luftangriff“ gefeiert.
Kurz vor der Corona-Krise sicherte sich Sven Wöhl den äußerst bequemen Posten des städtischen Bäderchefs, den er aufgrund seiner Unfähigkeit jedoch wieder verlor. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft derzeit wegen der fragwürdigen Geschäftspraktiken und wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten bei der vormals von Wöhl geschäftlich geführten Linken-Stadtratsfraktion in Zwickau. Sollte Sven Wöhl also tatsächlich der geeignetste aller Mitbewerber für den Posten des Geschäftsführers der Chemnitzer AfD-Stadtratsfraktion sein, scheint es um die Personaldecke der AfD schlimm bestellt zu sein.

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