17 Januar 2022

Polizistin verletzt: Zwickauer Stadtrat äußert sich zu den Vorwürfen

Westsachsen/Zwickau.- Stadtrat Sven Georgi wird vorgeworfen, am Rande eines Montagspazierganges eine Polizistin ins Gesicht geschlagen zu haben. Dabei wurde er bei dem Polizeieinsatz selbst verletzt (Foto). Er habe auf die Hilferufe eines Passanten reagiert, wollte helfend eingreifen. Die Polizei habe ihn massiv daran gehindert, mit Pfefferspray attackiert, zu Boden geworfen und mit Handschellen versucht, ihn zu fixieren. Bei diesem Handgemenge stand die Polizistin möglicherweise im Weg. Hier die Stellungnahme im Wortlaut:
„Warum ich mich erst jetzt zum 27.12.2021 äußere...?
1. Musste ich diese Vorwürfe erst einmal für mich verdauen.
2. Bin ich nicht überrascht, wer alles sofort Urteil sprach, ohne beiden Seiten des Vorfalls anzuhören.
Dabei sollten einige von den Menschen, die sich als Richter aufspielten, zunächst vor ihrer eigenen Tür kehren. Die Postbotin sendet dabei Grüße...
Von einigen bin ich maßlos enttäuscht. Doch es gab auch viel Zuspruch und liebe Texte, die mir Mut machten.
3. Musste ich entscheiden, wem ich Interviews gebe. Von vielen Anfragen, habe ich mich für die Bild Chemnitz und die Westsächsische Zeitung entschieden. Mit anderen regionalen Medien habe ich in den letzten Jahren leider keine guten Erfahrungen gemacht. Interviews wurden verdreht oder Texte aus dem Kontext gerissen. Und somit komme ich nun zu meiner Stellungnahme.
Stellungnahme zu den Beschuldigungen bezüglich den 27.12.2021
Zuerst einmal ist es sehr bezeichnend, wie in einer angeblichen Zivilgesellschaft, Menschen in Zwickau an den Pranger gestellt werden, ohne diese überhaupt anzuhören! Am 27.12.2021 waren rund 400 Spaziergänger in der Zwickauer Innenstadt auf mehrere Punkte verteilt. 150 friedliche Personen davon entschlossen sich dann vom Hauptmarkt aus über die Innere Plauensche Straße und dann rechts auf den Ring abzubiegen. In dieser Gruppe befand ich mich. Die Spaziergänger wurden von mehreren Polizeitransportern begleitet. Dann bogen die Spaziergänger rechts Richtung Edeka ab, um wieder zum Hauptmarkt zu gelangen. Ich befand mich im vorderen Drittel der Spaziergänger, als die Polizei augenscheinlich den Befehl erhielt, den bis dahin friedlichen Spaziergängern den Weg zu versperren.
Vor dem Parkplatz des Edeka Marktes, stellten diese ihre Transporter quer und haben angefangen einzelne Personen zu separieren. Als ich noch nicht ganz bei der Polizeisperre angekommen war, schrie eine männliche Person, die sich hinter den Transportern befand, lautstark um Hilfe (bei einer ID Feststellung)! Ich entschloss mich sofort, der Person zu helfen. Als ich vor der Absperrung war, setzte die Polizei CS Gas ein und versprühte es großzügig. Ich drehte mich weg und versuchte mich zu schützen. Daraufhin zogen mehrere Beamte an mir rum und ich versuchte immer noch zu dem um Hilfe rufenden Mann zu gelangen. Ich kam hinter die Transporter Absperrung und wurde dann von mehreren Beamten zu Boden geworfen. Ob dabei auch die von der Presse besagte Polizeibeamtin anwesend war, entzieht sich meiner Kenntnis. In dem Handgemenge was entstand, betont, auf dem Boden!, bin ich mir dennoch keiner Schuld bewusst, jemanden körperlich attackiert zu haben. Ich habe nur immer Rufe vernommen, dass jetzt ein Stadtrat umgehauen wird.
Einem Menschen der um Hilfe schreit, werde ich immer versuchen zu helfen. Das liegt in meiner Natur als Mensch!“ / Stadtrat Sven Georgi
Diese Erklärung liegt jetzt auch dem Zwickauer Stadtrat und der Oberbürgermeisterin Constance Arndt (BfZ) vor. Jens Heinzig (SPD), der die Anschuldigungen zum Anlass nahm, Georgis Ausschluss aus dem Stadtrat zu beantragen, wird dazu ebenfalls Stellung nehmen müssen.

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