15 Januar 2022

GRÜNEN-Stadtrat auf Abwegen / Teil 2: Schlaglöcher und Brücken

Westsachsen/Zwickau/Werdau.- Im ersten Teil über den GRÜNEN-Stadtrat Martin Böttger (Foto) haben wir zu seiner öffentlich zugängliche Biografie geschrieben. Liest sich aber auch toll: Physikstudent an der Uni Dresden, kirchliche Friedensarbeit später Mitglied im Sächsischen Landtag und von 2001 bis 2010 Leiter der Chemnitzer Außenstelle der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU). Doch genau an dieser Stelle kommt die Lobhudelei zum Stocken. Mehrere ernstzunehmende Informanten berichten inzwischen übereinstimmend darüber, dass während dieser Zeit ihre Akten verloren gegangen seien. Eine Antragstellerin bekam zunächst einige Unterlagen mit dem Hinweis ausgehändigt, dass sie in ein paar Jahren nochmals nachfragen solle, da man immer wieder neue Schriftstücke finden würde. Als sie sich 2008 erneut erkundigte bekam sie die Auskunft, man könne unter ihrem Namen keinerlei Vorgang finden. Wie kann das sein? Wir haben Martin Böttger dazu befragt und folgende Auskunft bekommen: „Dieser Mann ist gefährlich - für die WSZ“. Damit bezog sich Böttger auf den Artikel mit der Überschrift „Senil oder gefährlich?“ und ist wohl der Meinung, diese Serie damit stoppen zu können. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema ist offensichtlich nicht gewollt.
Statt dessen frohlockt der 74-Jährige auf seinem Facebook-Profil darüber, eine Einstweilige Verfügung gegen die WSZ erwirkt zu haben. Diese bezieht sich auf den Artikel vom Dezember 2021 mit dem Titel „Einladung zum Gespräch: Gastgeber scheint völlig unvorbereitet“. Die beanstandete Passage haben wir bis zur Klärung des Sachverhalts vorübergehend gestrichen.
Martin Böttger ist in seiner Funktion als GRÜNEN-Politiker und Stadtrat umfassend über den Millionenbetrug der Sparkasse Zwickau informiert. Er weiß, dass die Zwickauer Justiz im Schulterschluss mit der Stadtspitze wissentlich und regelmäßig gegen geltendes Recht verstößt. Seine Meinung dazu ist ernüchternd: „Ich habe wichtigeres zu tun, kümmere mich gerade um Schlaglöcher und marode Brücken“. Was der umtriebige Stadtrat dabei geflissentlich verschweigt ist die Tatsache, dass diese Probleme mit dem durch die Sparkasse verzockten Geld hätten gelöst werden können. Die Zwickauer werden sich daran erinnern und bedanken, wenn sie demnächst wieder mit dem Auto unterwegs sind.
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