10 Dezember 2021

Einladung zum Gespräch: Gastgeber scheint völlig unvorbereitet

Westsachsen/Zwickau.-
Gestern lud der Grünen-Stadtrat Martin Böttger (kleines Foto) zur „Sprechstunde für Impfunwillige“ ins örtliche Bürgerbüro seiner Partei in der Äußeren Schneeberger Straße. Gemeint waren damit offenbar Kritiker der derzeit forcierten Corona-Schutzimpfung, also der Injektion von Substanzen, die zunächst nur mittels Notfallzulassung auf den Markt geworfen wurden. Unterstützung erhielt der umtriebige Kommunalpolitiker dabei vom Lokalblatt „Freie“ Presse, das einen seiner Schreiberlinge zur Teilnahme am Termin abkommandierte.
Mehrere Bürger folgten dieser Einladung und fanden einen Gesprächspartner vor, der nicht im geringsten inhaltlich vorbereitet war. Offensichtlich bestand das eigentliche Ziel dieser „Sprechstunde“ darin, kritische Bürger im Zusammenspiel mit der örtlichen Presse vorzuführen. Zu diesem Zweck fragte Böttger seine Gäste auch nach allen möglichen persönlichen Angaben aus, die er penibel in seinem Notizbuch vermerkte. Argumentativ stieß der diskussionsfreudige Grüne allerdings schnell an seine Grenzen, fehlten ihm doch selbst die simpelsten Grundkenntnisse hinsichtlich des von ihm gewählten Themas. Zum Beispiel wusste er als Gastgeber und Initiator der Veranstaltung noch nicht einmal, dass der derzeitige Status der Genesenen auf sechs Monate begrenzt ist.
Zensiert
Mit derartigen Gesprächsangeboten hat Böttger reichhaltige Erfahrungen. Schon zu DDR-Zeiten horchte er auf diese Weise Oppositionelle bei sogenannten „Beratungsgesprächen“ im Umfeld der damaligen Zwickauer Friedensbibliothek aus. Viele seiner Gesprächspartner wanderten in der Folge in den Knast. Böttger selbst blieb davon stets auf wundersame Weise verschont, was ihn allerdings nicht daran hindert, sich bis heute als „Bürgerrechtler“ und „DDR-Oppositioneller“ zu inszenieren.
Nach der Wende durfte er die hiesige Außenstelle der Gauck-Behörde leiten. Jene Außenstellen mit dem größten Aktenschwund des gesamten DDR-Gebietes.
Von wenig Erfolg gekrönt war jedoch Böttgers „Sprechstunde für Impfunwillige“ am vergangenen Donnerstag. Vor seinen Gästen blamierte sich der betagte Grüne vor allem mit umfassender Nichtkenntnis. Dabei sollte er es doch eigentlich besser wissen: Erst kürzlich verstarb „plötzlich und unerwartet“ seine langjährige enge Parteifreundin und ehemalige Landtagsabgeordnete Petra Zais (großes Foto Mitte). Diese hatte sich zu Lebzeiten im Hinblick auf ihre SED-Vergangenheit als „ideologische Stütze des DDR-Systems“ bezeichnet. Zais starb im vergangenen Oktober kurz nach ihrer Corona-Impfung.
Foto Martin Böttger: Archiv