21 August 2021

Stadtfestersatz: Extrem teuer, aber ohne nennenswerte Resonanz

Westsachsen/Zwickau.-
Als „großes Ereignis“ kündigte die Stadt Zwickau zusammen mit dem Soziokulturellen Zentrum „Alter Gasometer“ das derzeit stattfindende Ersatz-Stadtfest „Sommerfreude“ an, welches unter dem Motto „Kultur Neu Start“ (sic) von der Bundesregierung mit üppigen Steuermitteln subventioniert wird.
Da das traditionelle Stadtfest wegen der alles bestimmenden Corona-Maßnahmen wie erwartet ausfiel, entschied man sich für diese extrem abgespeckte und trotzdem teure Variante auf dem Zwickauer Hauptmarkt. Der Erfolg hielt sich in der vergangenen Woche, vor allem gemessen am massiven Werbeaufwand, in sehr engen Grenzen. In Zwickau verspürt man offensichtlich wenig Lust auf von oben verordnete Sommerfreude. Auch die musikalischen Beiträge stießen bis dato auf sehr wenig Begeisterung. Neben Jazz-Combos wurden unter anderem auch Cover-Versionen des verstorbenen Linksextremisten Rio Reiser (Ton, Steine, Scherben) auf die Ohren der wenigen Gäste losgelassen. Stramm linken Interpreten macht es der Mitveranstalter „Alter Gasometer“ üblicherweise leicht, von großzügigen staatlichen Fördermitteln auf Kosten des Steuerzahlers zu profitieren. Der Zutritt erfolgt zudem, wie mittlerweile üblich, erst nach Registrierung am Eingang. Der eigentliche Veranstaltungsort wird von Bauzäunen flankiert, weshalb die Örtlichkeit im Zwickauer Volksmund mittlerweile auch als Zoo bezeichnet wird. Maximal 400 Gäste sind aufgrund der Corona-Regeln offiziell erlaubt, allerdings bestand bis dato zu keinem Zeitpunkt die Gefahr, auch nur in die Nähe dieser Marke zu kommen.
Nach Registrierung und Selbstinternierung zwischen den Bauzäunen warten auf die wenigen Gäste etliche aufgebaute Liegestühle vor der Bühne. Diese erwiesen sich im Laufe der vergangenen Woche jedoch ebenfalls als Flop, da die mehrheitlich älteren Besucher erhebliche Probleme hatten, aus den Liegestühlen wieder herauszukommen. Die sogenannte „neue Normalität“ stößt offensichtlich auf wenig Gegenliebe. Daran ändern auch Fördertöpfe und ein massiver Werbeaufwand nichts.