11 August 2021

Bundestagswahl: Die Ganz Große Koalition komme, ihr Wille geschehe...

Westsachsen/Deutschland.-
Eine Demoskopie jagt die nächste. Die Kanzlerumfragen bestimmen weiterhin die Medien. Oder bestimmen die Medien die Kanzlerumfragen? Doch wichtiger als die „K-Frage“ wird bei dieser Wahl die Frage nach der Mehrheit für eine Regierungskoalition sein. Drei der möglichen Varianten erwägt bislang niemand.
Mit 20 Prozent auf alles verschleudern die deutschen Medien ihre Meldungen zum gerade wieder „beliebtesten“ Kanzlerkandidaten, und eine Menge Bürger wird sich am Wahltag wohl wundern, warum da auf ihrem Stimmzettel nirgendwo Armin Laschet, Annalena Baerbock oder Olaf Scholz zu lesen ist. Für alle daher vorsorglich zur Erinnerung: Nicht die Bürger wählen den Kanzler! Das macht immer noch der Bundestag. Die Medien veranstalten dennoch ein Kandidaten-Geschrei, als hätten sie ein ganz, ganz heißes Papier im Angebot. Man könnte fast meinen, dass mit all den Prognosen bei den Bürgern wenigstens die Erinnerung an einen spannenden Wahlkampf geweckt werden soll. Oder soll während des Getöses unter den Tisch fallen, dass alle drei Kandidaten – Gott bewahre – praktisch gleich unbeliebt sind?
Die Mehrheit wählt zwischen Pest und Corona
Jedes Kind weiß, wie ungemein wichtig charismatische Persönlichkeiten sind. Von dieser Seite betrachtet ist der künstliche Hype um die K-Frage natürlich verständlich. Die Menschen brauchen eben ein Gesicht, an das sie Emotionen knüpfen können, das ihre Hoffnungen, Wünsche, Träume verkörpert. Und nirgendwo als hier liegt schließlich das Geheimnis von Angela Merkel und ihren 16 Jahren Kanzlerschaft. SPD: „Wir haben einen Kanzlerkandidaten mit der größten Kompetenz“. Die jetzigen Kandidaten können da nicht mithalten. Immerhin: Wer Baerbock und Laschet noch nicht kennt, könnte sie durchaus für sympathisch halten. Aber warum hat die SPD eigentlich Scholz ins Rennen geschickt, einen Mann mit der Ausstrahlung eines Backsteins, dem man Auge, Auge, Nase, Strich aufgemalt hat? Trotzdem soll Scholz in den Umfragen die Führung übernommen haben. Sind da etwa für die Wähler unerwartete Kompetenzen zum Vorschein gekommen? Wohl eher liegt Scholz gerade vorne, weil er den Medien bisher keine Gelegenheit gegeben hat, ihn niederzuschreiben. Nachdem erst Baerbock und dann Laschet über selbst verschuldete Peinlichkeiten und Skandälchen gestolpert waren, konnte der SPD-Kandidat die beiden bereits mit Schrittgeschwindigkeit überholen.
Wie dem auch sei: Die SPD kann sich jetzt doppelt freuen. Mit einem Kandidaten wie Scholz sind die Sozialdemokraten zum Werben mit politischen Inhalten quasi gezwungen. Das sorgt für Disziplin. Das Traurige an der Gesamtlage ist: Die Mehrheit will eigentlich keinen der drei Kandidaten. Für sie ist es eine Wahl zwischen Pest und Corona... weiter

Quelle und Foto: RT DE